Die Extreme E startet an diesem Wochenende in ihre zweite Saison, doch hinter den Kulissen gibt Serienchef Alejandro Agag längst Vollgas für die Zukunft. Ab 2024 soll parallel zur Extreme E eine Extreme H ausgetragen werden. H steht dabei für „Hydrogen“, also wasserstoffelektrische Antriebe.
Das verkündete die Serie am Freitag. Demnach sollen die in der Extreme E genutzten Batterien durch Brennstoffzellen ersetzt werden. Der Elektroantrieb soll genau wie das Rennformat unverändert bleiben.
„Es wurde immer deutlicher, dass die Gründung einer Wasserstoff-Rennserie die natürliche Weiterentwicklung unserer Mission ist“, sagt Alejandro Agag. „Wir wollen die Möglichkeiten neuer Technologien im Kampf gegen Klimaprobleme verdeutlichen.“
Die Extreme E ist gerade erst ein Jahr alt, plant aber schon ihre Zukunft.

Die endgültigen Pläne sollen in diesem Jahr fixiert werden. Agag: „Zusammen mit den Extreme-E-Teams werden wir in den nächsten Monaten über den besten Weg entscheiden, um die Wasserstoffautos in die Rennwochenenden zu integrieren. Zwei separate Kategorien, ein vollständiger Wechsel zu Wasserstofftechnologien oder gemeinsame Rennen sind alles Optionen, die auf dem Tisch liegen.“
Schon 2023 soll ein erster Prototyp gebaut werden. Der für die Rennen benötigte Wasserstoff soll durch erneuerbare Energien hergestellt werden. Schon jetzt wird so die Stromversorgung der Extreme-E-Rennwagen sichergestellt.
Teamchef und Ex-Formel-1-Pilot Jenson Button zeigt sich angetan: „Dass wir Racing auf diesem Niveau mit Wasserstoffzellen betreiben könnten, und dabei mehr Motorsport mit weniger Umwelteinflüssen ermöglichen, ist bemerkenswert.“
Die Extreme H wäre nicht das erste Wasserstoff-Projekt im Rennsport. Bei der Rallye Dakar war 2022 ein Wasserstoff-Truck unterwegs. Hyundai entwickelt mit der Niederländischen Hochschule Delft einen H2-Prototypen, in Zukunft an die 24 Stunden von Le Mans fahren soll. Mit der Hyraze League planen auch die Dekra, der ADAC und HWA für 2023 eine Wasserstoff-Rennserie.

Von

Bianca Garloff