F1-Technik: Rotationsdämpfer
Der hat den Dreh raus

–
Was bitte ist ein Rotationsdämpfer? Das von ZF Sachs entwickelte Hightech-Gerät ist viel kompakter als ein klassischer Stoßdämpfer und kommt in der Formel 1 zum Einsatz. autobild.de erklärt die Technik.
Den Schnelltest für defekte Stoßdämpfer kennen die meisten Autofahrer: Pkw am Kotflügel kräftig runterdrücken – wenn die Karosserie nachschwingt, sind die Dämpfer hin. Weshalb die korrekte Bezeichnung vielmehr "Schwingungsdämpfer" heißen müsste. Stöße des über Fahrbahnunebenheiten rollenden Rades dämpfen nämlich die Federn. Aber was bitte ist ein Rotationsdämpfer? Der vom deutschen Automobilzulieferer ZF Sachs entwickelte Ersatz eines normalen Teleskop-Stoßdämpfers kam 2003 erstmals bei Ferrari in der Formel 1 zum Einsatz. Ein senkrechtes Federbein, in dem üblicherweise ein Stoßdämpfer in eine Spiralfeder eingebaut ist, braucht in der Höhe viel Platz. Weil's den bei einem flachen Formelwagen nicht gibt, muss eine Schubstange die Auf- und Abwärtsbewegungen des Rades an eine Art Schwinge, Umlenkhebel genannt, übertragen. Der dann wiederum ein waagerecht liegendes Federbein zusammendrückt.
Ein Torsionsstab ersetzt die klassische Dämpferfeder
Die Idee von Sachs: Statt so vieler Bauteile gleich einen Dämpfer bauen, der sowohl Umlenkhebel wie Federbein ersetzt. Pro Hinterrad kommt ein Rotationsdämpfer zum Einsatz. Eine zwischen Radträger und Rotationsdämpfer verlaufende Schubstange drückt auf dessen Gehäuse. Der Dämpfer verdreht sich dadurch auf einem Torsionsstab. Letzterer ersetzt die Spiralfeder, ist aus Federstahl gefertigt und dreht sich und den Dämpfer wieder zurück. Wie ein Radiergummi, der sich selbst gerade zieht, wenn ihn eine Hand verdreht und dann loslässt. Damit dabei keine Nachschwingungen entstehen, die das Rad vom Boden heben würden, bremst der Rotationsdämpfer die Schwingung ab. Das Prinzip: In seinem Gehäuse ist ein Drehflügel integriert, der nach außen mit dem Torsionsstab verbunden ist. Der Drehflügel ist mit Öl umgeben. Dreht sich der Torsionsstab und damit auch der Flügel, muss Letzterer das Öl von der einen Seite des Gehäuses zur anderen drücken. Dort ist ein Zylinder mit Ventilen angebracht.
Im Rotationsdämpfer herrscht ein Öldruck von 160 bar

Service-Links