F1: Vettels Pech in Südkorea
Tapfer in der Niederlage

Bis zehn Runden vor Schluss sah Sebastian Vettel beim GP von Südkorea wie der sichere Sieger und neue WM-Spitzenreiter aus. Ein kapitaler Motorschaden beendete die Vettel-Show.
Der Große Preis von Korea hätte der nächste wichtige Meilenstein in der Aufholjagd von Sebastian Vettel (23) werden sollen. Rutschige Strecke? Chaotische Organisation? Alles kein Problem für den jungen Deutschen. Nach der souveränen Pole-Position im Qualifying schien alles angerichtet für einen weiteren Schritt in Richtung WM-Titel. Der ist nach dem Rennen aber weiter weg denn je. Obwohl Vettel überlegen einen Startabbruch wegen zu viel Gischt, Chaosregen und vier Safetycar-Phasen überstand, machte ihm sein Renault-Motor einen Strich durch die Rechnung. Nach 1600 von 2100 geplanten Kilometern quittierte das Aggregat in der 45. von 55 Rennrunden funkensprühend seinen Dienst. Ferrari-Pilot Fernando Alonso (29) erbte den Sieg und ist nach Mark Webbers (34) selbstverschuldetem Unfall nun 25 Punkte vor Vettel, 21 vor McLaren-Star Lewis Hamilton (25) und 14 Zähler vor Webber neuer Spitzenreiter in der Formel-1-WM.
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Was denkt man, wenn der Motor hochgeht?

Aufgeben gilt nicht
Trotzdem kann der Heppenheimer jetzt aus eigener Kraft nicht mehr Weltmeister werden. Bei 25 Punkten Rückstand und nur noch 50 zu vergebenden Zählern (25 pro Sieg, 18 für Platz zwei, 15 für den dritten Rang) muss er auf einen Ausfall von Fernando Alonso beim nächsten Rennen in Brasilien hoffen. Denn selbst bei zwei Vettel-Siegen würden dem Ferrari-Star ein zweiter und ein fünfter Platz bei den letzten beiden Rennen in Sao Paulo und Abu Dhabi zum Titel reichen. Vettel bleibt dennoch zuversichtlich: "Ich bin der Letzte, der aufgibt, so lange noch eine Chance besteht. Es wird natürlich nicht einfacher. Aber wir haben noch zwei Rennen und alles ist möglich. Ein kleiner Fehler vom Fahrer oder ein technischer Defekt kann große Auswirkungen haben. Meine Herangehensweise ändert sich deshalb gar nicht." Der Red Bull-Star weiß: "Unser Speed stand dieses Jahr nie in Frage. Wenn wir nicht vorne mitfahren konnten, dann gab es immer einen Grund und wenn es keinen Grund gab, waren wir immer vorne." Dass Red Bull im WM-Endspurt auf den besser platzierten Webber setzt, muss Vettel nicht befürchten. Teamchef Christian Horner: "Es liegt nur ein einziger Sieg zwischen Sebastian und Alonso. Wie oft haben wir dieses Jahr schon gesehen, dass sich das Blatt wendet?"
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