Fahrbericht BMW 118i

Der Benziner macht Sinn

129 PS im 1er: Das ist der goldene Mittelweg zwischen 116i und 120i. Der 118i ĂŒberzeugt vor allem mit seinen Fahreigenschaften.

Liebe auf den zweiten Blick

Dieser Kompakte lĂ€ĂŸt sich prima steigern. Er beschleunigt gut, fĂ€hrt super und tankt Super plus. Mit dem 118i besetzt BMW das motorische Mittelfeld zwischen der Basis (115 PS) und dem Topmodell (150 PS).

Der erste Eindruck ist allerdings gar nicht super. Das Anfahren wirkt ein wenig mĂŒhsam. Doch das tĂ€uscht. Die Stoppuhr beweist echtes Temperament. Der Spurt auf 100 gelingt in zehn Sekunden. Und es wird immer besser. Mit steigender Drehzahl wĂ€chst auch die Fahrfreude. Ohne daß die Tanknadel im gleichen Tempo nach unten wandert. Im Schnitt verbraucht der Vierzylinder 9,1 Liter – sogar etwas weniger als das Basismodell 116i (9,5 Liter).

Kaum noch steigerungsfĂ€hig ist dagegen das GefĂŒhl fĂŒr die Straße. Das straffe Fahrwerk liest den Asphalt wie Blindenschrift. Doch wem Sportgeist fehlt, der fĂŒhlt sich vom 118i womöglich zu hart rangenommen. Alle anderen freuen sich ĂŒber einen Kompakten, der konsequent die Firmen-Leitlinien lebt. An erster Stelle der Marken-Philosophie steht – na, was schon? – Heckantrieb. Damit rollt eine leise Revolution in der Kompaktklasse, die ausschließlich frontgetrieben fĂ€hrt.

Technische Daten und Zeugnis

Das 1er-Design bleibt aus jeder Perspektive spannend – im positiven wie im negativen. In Schwarz wirkt das Armaturenbrett gleich viel hochwertiger als der Kirmes-Kunststoff in Hellgrau. Die Sportsitze (600 Euro) passen perfekt wie eine Stretchjeans. Dank aufblasbarer SeitenwĂŒlste, die sich auf Knopfdruck dehnen und zusammenziehen. Das sichert Seitenhalt beim scharfen Abbiegen. Ja, auch daher kommt die Freude am Fahren. Zumal die Lenkung prĂ€zise durch die Kurven zirkelt. Allerdings weniger beim Wenden. Dann fordert sie die ganze Kraft und will zum Einlenken ĂŒberredet werden.

Etwas umstĂ€ndlich gerĂ€t auch die Startprozedur. Erst muß der SchlĂŒssel in den Schlitz, anschließend startet der Motor auf Knopfdruck. Das nervt etwa so, als fahre man einen Computer mit Diskette hoch. Wirklich Sinn macht der hĂŒbsche Knopf nur in Kombination mit dem sogenannten Komfortzugang. Wenn der 1er also automatisch öffnet und startet, obwohl der SchlĂŒssel in der Tasche liegt. Das kostet noch mal 600 Euro extra – der 1er lĂ€ĂŸt sich eben gern steigern. Besonders beim Preis: Denn bei 21.500 Euro geht es ja erst los ...

Autor: Margret Hucko

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