Es war der Niedergang einer Ära. Anfang der 70er beschloss die US-Regierung strengere Abgasvorschriften und erhöhte die Steuern für großvolumige Motoren drastisch – das Todesurteil für den mächtigsten Motor der Muscle-Car-Geschichte war damit gefällt. Noch im gleichen Jahr verschwand der Hemi aus der Angebotspalette des Dodge Challenger. 37 Jahre später kommt nun wieder zusammen, was zusammengehört. Die Neuauflage des Challenger hat als SRT8 wieder einen Hemi unter der Haube. Mit einer Leistung von 426 PS liegt er dabei auf gleichem Niveau wie sein geschichtsträchtiger Vorgänger.

Ein Juwel des amerikanischen Motorenbaus

Dodge Challenger SRT 8
Bild: Werk
Doch die Motorleistung ist nicht das Einzige, was jung und alt verbindet. Designelemente wie der schwarze Heckspoiler, das durchgehende Heckleuchtenband mit mittigem Rückfahrscheinwerfer oder die weit unten installierten Nebelscheinwerfer erinnern stark an den Challenger T/A. Im Innenraum herrscht dunkle Plastik-Tristesse. Einzig die Sportledersitze fallen hier positiv aus dem Rahmen. Solche Nachlässigkeiten verzeiht man dem Challenger jedoch gern. Haust unter der mit zwei Lüftungsverstandenschlitzen versehenen Motorhaube doch ein kleines Juwel des amerikanischen Motorenbaus. Bei gemächlicher Fahrweise zeigt der V8 seine guten Manieren. Laufruhe und Durchzug überzeugen. Einzig der stets präsente Motorsound gibt einen Hinweis auf den wahren Charakter der Maschine. Um diesen zu erleben, bedarf es eines beherzten Tritts auf das rechte Pedal. Dann brüllt der Hemi zornig auf und schiebt mit unnachgiebiger Vehemenz nach vorn. Unterbrochen wird der Vorwärtsdrang einzig von kurzen Schaltpausen der Fünfstufenautomatik. Beim Herunterschalten gönnt sich der Wandler eine kleine Pause, was dem sportlichen Fahrerlebnis wenig zuträglich ist.
Ab Herbst 2008 ist alternativ ein manuelles Sechsganggetriebe lieferbar. Ansonsten kann der Challenger in Sachen Längsdynamik – wie erwartet – voll überzeugen. Erstaunlich ist allerdings, dass der Neue auch im Kapitel Kurvenperformance eine richtig gute Figur macht. Biegungen aller Art lassen sich zügig und weitgehend neutral durchfahren. Vorausgesetzt man kommt mit der wenig Rückmeldung bietenden Lenkung und dem allzeit vorhandenen Bumms des Motors klar.