Fahrengold: Start-up, Berlin, Auto-Garage, Plattform, Luxus-Autos
Berliner Start-up baut Luxus-Garagen für 100.000 Euro

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Start-up-Star und Lieferheld.de-Gründer Nikita Fahrenholz (38) baut in Berlin Garagen und Plattformen für Luxus-Autos in aller Welt.
Bild: Hersteller
Wenn irgendwo auf der Welt millionenschwere Autos verkauft oder ausgestellt werden, stehen sie oft auf einer Plattform oder in einer Garage aus dem Plattenbau-Viertel Berlin-Marzahn. Dort sitzt in einer unscheinbaren Halle das Start-up Fahrengold. Hinter einem Rolltor entstehen Bühnen für Luxusfahrzeuge.

Gerade in Paris für 9,8 Mio. Euro versteigert: Bugatti Chiron Profilée, präsentiert auf einer Fahrengold "Stage" (7850 Euro).
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Wer es noch gediegener möchte, ordert gleich eine komplette Garage: einen Palast für PS-Könige. Wohltemperiert, mit Glasfronten, steuerbar per App, rund sechs mal 3,20 Meter groß.
Gründer ist Start-up-Star Nikita Fahrenholz
Fahrengold wurde 2019 gegründet. Von einem, der weiß, wie so etwas geht. Nikita Fahrenholz ist einer der deutschen Start-up-Stars. Der 38-Jährige hat 2010 den Essenslieferdienst Lieferheld.de erfunden – und etwas später mit Delivery Hero verschmolzen. Das machte ihn zum Multi-Millionär.

Gründer Nikita Fahrenholz (38, r.) und Geschäftsführer Max Knüppel (42) in der Manufaktur in Berlin-Marzahn. Die Plattform heißt "Stage Pro", kostet rund 15.000 Euro
Bild: Holger Karkheck
Seitdem hat der umtriebige Investor viel ausprobiert, etwa die Putzkraftplattform "Book a Tiger" oder die Fitness-App "Actio". Jetzt soll Fahrengold zu Gold werden. "Wir haben bereits im ersten Monat 2023 ein Auftragsvolumen des ganzen vergangenen Jahres erreicht", sagt Fahrenholz.
Von Berlin nach Pebble Beach
Okay, noch sind die Stückzahlen überschaubar. Rund 80 Plattformen und zehn Garagen hat die Firma in 2022 verkauft. Aber auf allen großen Auto-Schauen schmücken statt roter Teppiche inzwischen die Plattformen aus Berlin den Fußboden. Pebble Beach, Genf, Comer See und jetzt Paris.

Bei einer Bentley-Präsentation in München inszenierte der Hersteller ein Auto auf der Berliner Plattform.
Bild: Hersteller
Gründer Fahrenholz ist selbst Auto-Enthusiast und Motorsport-Fan. "Ich habe irgendwann festgestellt, dass es zwar alles mögliche Zubehör gibt – aber keine schönen Garagen." Das war zu dem Zeitpunkt, als er sich gerade seinen ersten Ferrari leisten konnte.
PS-Palast aus Stahl und Glas
Also ließ er eine Hall of Fahrzeug-Fame erschaffen. Der PS-Palast aus Stahl und Glas heißt "Vault". Später kamen die Plattformen dazu, hergestellt aus Alu-Profilen und speziell veredelten Schichtholzplatten.
Die Kundschaft für so etwas sitzt in der ganzen Welt. Ein Kunde aus Amsterdam hat zum Beispiel eine größere Ferrari-Sammlung – und wollte immer gern eines der Fahrzeuge im Wohnzimmer stehen haben. Also bestellte er eine Plattform von Fahrengold.
Einen praktischen Nutzen hat das Ganze kaum. "Es ist wie bei teuren Uhren", sagt Fahrenholz. "Man möchte sein Schmuckstück gut aufbewahrt wissen."
Plattformen ab 7850 Euro, Garagen ab 100.000 Euro
Die Plattformen gibt es in zwei Ausführungen. Die "Stage", auf der der Bugatti stand, kostet aktuell 7850 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Die "Stage Pro" liegt ungefähr beim Doppelten. Kaufen sich andere ein Auto für ...

Die Luxus-Garage besteht aus rund 2500 Teilen, sie kostet ab 100.000 Euro aufwärts.
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Und wer sich für eine Garage entscheidet? "Das geht bei etwa 100.000 Euro los – inklusive Aufbau", sagt Geschäftsführer Max Knüppel. Plus Mehrwertsteuer.
Schusssicheres Glas und App-Steuererung
Wie gesagt, da geht es los. Und es ist wie bei den Autos – die Aufpreisliste ist lang. Eine App-Steuerung ist ebenso möglich wie die Einbindung ins Smarthome-System des Haupthauses. Einbruchssicheres Glas ist ohnehin verbaut, auf Wunsch gibt es sogar schusssicheres. Fahrengold sorgt also für eine Villa mit Seh-Zugang.

Schumis Ferrari von 2003 wurde vergangenes Jahr in Genf für 13,1 Mio. Euro versteigert – darunter die Fahrengold-Plattform.
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Aus dem Plattenbauviertel Berlin-Marzahn in die ganze Welt: Inzwischen hat Fahrengold Projekte in den USA, in Südafrika und in mehreren Ländern Europas. Erste Porsche-Zentren nutzen die Plattformen für die Neuwagen-Auslieferung.
Sechs Ingenieure beschäftigt das Start-up, aktuell verhandelt Fahrenholz mit weiteren Investoren, weil er nun endlich richtig durchstarten will. Quasi raus aus der Start-up-Garage mit seinen Garagen.
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