Falschparker anzeigen und Prämie kassieren
Falschparker anzeigen und Prämie kassieren dank App in Schweden

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In Uppsala winken Bürgerprämien fürs Melden von Falschparkern: Die "Scout Park" App macht's möglich.
Bild: dpa
(dpa/AUTO BILD/KI) In Uppsala, einer schwedischen Großstadt in der Nähe von Stockholm, bietet der private Parkplatzanbieter Parkia eine neue Möglichkeit an, gegen Falschparker vorzugehen. Mit der App "Scout Park" können Nutzer falsch geparkte Fahrzeuge fotografieren, dokumentieren und melden – und erhalten dafür sogar eine Prämie. Dies wurde von einem Mitarbeiter von Parkia auf Anfrage bestätigt.
Die App wurde von Erik Englund mitentwickelt, der gegenüber dem schwedischen Autoportal "Mest Motor" erklärte, dass das Ziel der App sei, den "einfachsten Nebenjob der Welt" zu schaffen, der schnell und unkompliziert bezahlt wird. Englund beschrieb die Inspiration hinter der Entwicklung als eine "digitale Version vom Pfanddosensammeln".
Die Nutzung der App Scout Park steht Personen über 16 Jahre mit einer schwedischen Sozialversicherungsnummer offen. Jeder gemeldete Fall wird von einem Parkplatzwächter geprüft. Sollte ein Strafzettel ausgestellt werden, erhält der Melder eine Prämie von 100 schwedischen Kronen (entspricht ca. 8,60 Euro), die allerdings versteuert werden müssen. Die Prämie wird vom privaten Parkplatzanbieter finanziert, der durch die ausgestellten Strafzettel Einnahmen generiert. Auch die Entwickler der App profitieren finanziell.
Seit September 2023 ist die App in Uppsala im Einsatz und hat laut Englund bereits 1000 erfolgreiche Hinweise geliefert. Die App ist allerdings nicht für kommunale Parkplätze anwendbar, wie eine Pressesprecherin der Stadt Uppsala bestätigte.
Erik Englund merkte an, dass die meisten Kommunen Systeme hätten, bei denen Bürger falsch geparkte Fahrzeuge melden können. Durch die finanziellen Anreize der App wird sie jedoch für eine größere Anzahl von Personen attraktiv.
Die App erlangte zusätzliche Bekanntheit durch einen Bericht des Senders SVT am 1. April. Englund stellte auf LinkedIn klar, dass es sich dabei nicht um einen Aprilscherz handelt. Mittlerweile zeigen auch private und kommunale Parkplatzanbieter aus anderen Gemeinden Interesse an der App.
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