Feinstaubbelastung durch Baufahrzeuge
Die Staub-Sünder vom Bau

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Die EU hat Deutschland mal wieder für zu wenig Schutz seiner Bürger vor Feinstaub gerügt. Was kaum einer weiß: Baumaschinen sind ähnlich stark verantwortlich für die Belastung wie der Straßenverkehr. Eine Auswahl der größten Bau-Sünder!
Bild: dpa
(dpa/cj) Deutschland schützt seine Bürger nach Darstellung der EU immer noch nicht ausreichend vor gefährlichem Feinstaub – speziell in Großstädten. Die Brüsseler EU-Kommission rügte jetzt vor allem zu hohe Werte des Schadstoffs in Stuttgart und Leipzig und drohte mit rechtlichen Schritten. Die winzigen Teilchen werden unbemerkt eingeatmet und unter anderem für Lungenkrankheiten, Herzinfarkte, Frühgeburten und Thrombosen verantwortlich gemacht. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht darin die Ursache für 350.000 vorzeitige Todesfälle in Europa pro Jahr, davon 47.000 in Deutschland.Wohl nicht zuletzt wegen des Drucks aus Brüssel beschloss der Deutsche Bundestag am Freitag (28. November 2014) die Wiederaufnahme der Filterförderung für Dieselfahrzeuge. 30 Millionen Euro stehen demnach im kommenden Jahr als Zuschüsse zur Partikelfilternachrüstung zur Verfügung. Der vorherige Topf des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) in gleicher Höhe war im Sommer 2013 leer geworden.
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Feinstaub entsteht beim Verbrennen vor allem in Fabriken, beim Heizen und im Verkehr. Zur Reduzierung wurden in Deutschland unter anderem Dieselrußfilter und Umweltzonen in Großstädten eingeführt. Per Verordnung ist ein Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft festgeschrieben. Pro Jahr darf dieser Grenzwert an maximal 35 Tagen überschritten werden. Was kaum einer weiß: Fast ebenso stark verantwortlich für die Feinstaubbelastung wie der Straßenverkehr sind Baumaschinen. Darauf weist unter anderem das Umweltbundesamt hin, das eine Ausweitung der Umweltzonen "auf Baumaschinen, Binnenschiffe oder Dieselloks und auch auf weitere Verkehrswege" fordert.
In einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hatte die Bundesregierung im Juni 2014 selbst eingeräumt, dass der Wert in einigen Regionen zu oft überschritten wird. In dem 100-seitigen Papier wird auch aufgeführt, welche Maschinen und Fahrzeuge aus dem Bereich Industrie/Bauwirtschaft den größten Feinstaubausstoß erzeugen. Wir zeigen Ihnen eine Auswahl der größten Staub-Sünder vom Bau in unserer Galerie!
Alles zum Thema Feinstaub
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Als Feinstaub, Schwebstaub oder englisch "Particulate Matter" (PM) bezeichnet man Teilchen in der Luft, die nicht sofort zu Boden sinken, sondern eine gewisse Zeit in der Atmosphäre verweilen. Je nach Korngröße der Staubteilchen wird der Feinstaub in sogenannte Fraktionen unterteilt: Unter PM10 versteht man alle Staubteilchen, deren aerodynamischer Durchmesser kleiner als 10 Mikrometer (= 10 Millionstel Meter) ist. Teilchen, deren aerodynamischer Durchmesser weniger als 2,5 Mikrometer beträgt, bezeichnet man als "Feinfraktion" oder PM2,5. Die kleinsten mit einem aerodynamischen Durchmesser von weniger als 0,1 Mikrometer (das sind 100 Milliardstel Meter) sind die ultrafeinen Partikel. Wichtige vom Menschen geschaffene Feinstaubquellen sind Kraftfahrzeuge, Kraft- und Fernheizwerke, Abfallverbrennungsanlagen, Öfen und Heizungen in Wohnhäusern, der Schüttgutumschlag, die Tierhaltung sowie bestimmte Industrieprozesse. In Ballungsgebietenist vor allem der Straßenverkehr eine bedeutende Feinstaubquelle. Dabei gelangt Feinstaub nicht nur aus Motoren - vorrangig aus Dieselmotoren - in die Luft, sondern auch durch Bremsen- und Reifenabrieb sowie durch die Aufwirbelung des Staubes auf der Straße. Es ist erwiesen, dass das Einatmen von Feinstaub negativ auf den Gesundheitszustand des Menschen wirkt. Neben Lungenkrankheiten werden auch Herzinfarkte, Frühgeburten und Thrombosen mit Feinstaub in Verbindung gebracht. Die Weltgesundheitsorganisation sieht in Feinstaub die Ursache für 350.000 Todesfälle in Europa pro Jahr, davon 47.000 in Deutschland. Die EU verpflichtet ihre Mitglieder seit 2005, hohe Feinstaubwerte einzudämmen. Um die Belastung zu reduzieren, wurden in Deutschland unter anderem Dieselrußfilter und Umweltzonen in Großstädten eingeführt. Per Verordnung ist ein Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft festgeschrieben. (Quellen: Umweltbundesamt, dpa)
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