Ferrari 308: der schnellste Kaffeekocher der Welt
Der schnellste Espresso der Welt

Italienischer Lifestyle in Kalifornien: Wahrscheinlich ist dieser Ferrari 308 das einzige Exemplar mit eingebauter Kaffeemaschine!
Bild: Fabian Hoberg
Amerikaner und Kaffee – da denkt man entweder an die braune Plörre aus dem Diner, die seit zwei Tagen auf der Warmhalteplatte köchelt, oder an die Industrie-Suppe von Starbucks – und greift freiwillig zum Teebeutel. Bis man Luciano trifft. Mit 81 Jahren steht er tagein, tagaus als Röster bei Graffeo Coffee in San Francisco hinter der Trommel. Wie jeder Italiener, egal ob in Kampanien oder Kalifornien, hat er neben Espresso auch Benzin im Blut und stapelt zwischen seinen Kaffeesäcken jede Menge Autozeitungen.
Deshalb war es für Investor Walter Haas, der bei Graffeo mittlerweile das Sagen hat und den ältesten Röster der Bay Area in die Zukunft führen will, auch ein Leichtes, den alten Herrn zum vielleicht spektakulärsten Kaffeestand zu überreden, den es an der amerikanischen Westküste gibt. Denn statt wie alle anderen eine Ape zu importieren oder einen Fiat 500 umzubauen, hat er einen runtergekommenen Ferrari 308 restauriert, wie wir ihn aus "Magnum" kennen – und dort eine Espressomaschine eingebaut.

Wo sonst ein paar Taschen reinpassen, faltet sich auf Knopfdruck eine Siebträgermaschine samt Zubehör aus dem Kofferraum.
Bild: Fabian Hoberg
Wann immer der in "Rosso Corsa" lackierte Roadster mit dem vielsagenden Kennzeichen "Roast" irgendwo stehen bleibt am Fisherman's Wharf, am Fuß der Golden Gate Bridge oder am Ende der Lombard Street, fragt deshalb niemand, ob der PS-Barista mal die Haube aufmachen und den drei Liter großen V8 zeigen könnte. Statt auf den Motor starren alle aufs Heck, aus dem sich beim Öffnen des Deckels samt Mahlwerk, Spülbecken und Tassenhalter eine mächtige Siebträgermaschine faltet. Sobald die aufgeheizt ist, läuft auf Knopfdruck ein Kaffee nach dem anderen in die Tassen.

Wir kennen ihn aus der Serie "Magnum", aber in Kalifornien schätzt man diesen roten Roadster als rollenden Koffeinspender.
Bild: Fabian Hoberg
Es hat zwar länger gedauert als geplant, und er musste eine Handvoll Dollar mehr in die Restaurierung stecken, als er eigentlich wollte. Doch jetzt hat Luciano nicht nur endlich wieder einen Ferrari wie in seiner Sturm-und-Drang-Zeit. So wird aus dem besten Espresso in San Francisco oder vielleicht in ganz Kalifornien mit 243 PS und 258 km/h auch der stärkste und der schnellste. Und obwohl der Umbau ein kleines Vermögen gekostet hat, geht der Kaffee bei Graffeo derzeit sogar noch aufs Haus.
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