Ferrari Amalfi: der neue 2+2 mit alten Genen
Facelift oder Frischzellenkur? Der neue Ferrari Amalfi im Check

Die Vorstellung des Roma-Nachfolgers stand unter einem strikten Credo: "Don't call it facelift" – auch wenn der Amalfi mit Anleihen an seinen Vorgänger nicht geizt ... Immerhin: Im Detail gibt es auch viel Neues zu entdecken.
Bild: Ferrari
- Phillip Tonne
Völlig ungeachtet der Tatsache, dass sich gegenüber dem Vorgänger – sagen wir es diplomatisch – nicht gerade die Welt geändert hat. Ganz im Gegenteil: Die Liste mit den Änderungen geriet vielmehr ausgesprochen übersichtlich: 20 PS mehr Leistung, generiert durch rund fünf Prozent mehr "Spool" an den Ladern. Dazu 760 Newtonmeter wie im Vorgänger und eine Höchstgeschwindigkeit, die weiterhin sehr generös mit Ü-320 km/h angegeben ist.
Gut, Letzteres wird die avisierte Klientel wohl am wenigsten interessieren; dafür sind die Gene des Amalfi zu sehr im genussvollen Reisen verankert. Und mit Genuss haben sich die Entwickler in Maranello sehr bewusst auseinandergesetzt. Allen voran mit dem haptischen Genuss, wie das "Return of physical buttons"-Konzept zeigt. "Nach Rücksprache mit unseren Kunden hatten wir eine sehr deutliche Antwort!" Weg vom Touch – seit Jahren überfällig –, hin zu mehr physischen Tasten und Schaltern. Dafür ein sinnbildliches Daumen hoch von unserer Seite.

Weg vom Getouche, zurück zu den Knöpfen. So weit, so löblich. Die Verarbeitung im Detail ließ diesmal jedoch zu wünschen übrig.
Bild: Ferrari
Dass der Amalfi kann, wenn er darf, zeigen die technischen Daten: Das maximale Drehmoment liegt unverändert von 3000 bis 5750 U/min an und schiebt den trocken 1470 kg leichten Gran Turismo in 3,3 Sekunden auf 100 km/h. In glatt neun Sekunden steht das Doppelte auf dem Digital-Tacho, was im Vergleich zum Roma immerhin eine Verbesserung um ein beziehungsweise drei Zehntel bedeutet. Die Sprints sollen durch die modifizierte Auspuffanlage zudem akustisch markiger untermalt werden, insbesondere im mittleren und hohen Drehzahlbereich.
Fahrzeugdaten | Ferrari Amalfi |
|---|---|
Motorbauart/Aufladung | V8, Biturbo |
Einbaulage | vorn mittig längs |
Hubraum | 3855 cm3 |
kW (PS) bei 1/min | 471 (640)/7500 |
Nm bei 1/min | 760/3000-5750 |
Maße L/B/H | 4660/1974/1301 mm |
Radstand | 2670 mm |
Leergewicht | 1475 kg |
Tank-/Kofferraumvolumen | 80/273 l |
0-100/200 km/h | 3,3/9,0 s |
Höchstgeschwindigkeit | > 320 km/h |
WLTP-Verbrauch/100 km | 10,8 l Super Plus |
Grundpreis | 260.000 € |
Auch im Hinblick auf die Fahrdynamik sind wir neugierig, was uns erwartet. Schließlich hat Ferrari bei Pirelli und Bridgestone gleich zwei unterschiedliche Reifen-Charaktere für den Amalfi in Auftrag gegeben. So können nach Aussage der Ingenieure die unterschiedlichen Vorlieben der Eigner besser berücksichtigt werden. Gemütlich über die Via Aurelia von Italien nach Frankreich flanieren oder Meter machen in der Eifel.

Keilförmige Kuppel, dazu breite Hüften und vier Rohre für ein Halleluja. Die neue Abgasanlage soll gerade obenheraus druckvollere Töne anstimmen.
Bild: Ferrari
Gut, für Letzteres dürfte es sicher geeignetere Modelle aus Maranello geben, aber manch einer möchte ja vielleicht wirklich nur einmal kurz spielen. Wie sich das Handling dann neben dem neuartigen BBW (Brake by Wire) darstellen wird, werden wir berichten. Ferrari argumentiert jedenfalls, dass sich mit den 1000-mal pro Sekunde erfassten Sensordaten des Fahrwerks eine bisher ungeahnte Selbstverständlichkeit im Umgang mit dem Amalfi ergeben soll.
Kommt ein Cabrio mit Stoffverdeck?
Und wann kommt das zugehörige Cabrio? Eine sehr gute Frage, auf die Ferrari zum aktuellen Zeitpunkt nicht wirklich antworten will. Immerhin würden wir schon einmal unken, dass es wieder ein Stoffverdeck werden dürfte. Darauf deutet zumindest das während der Pressevorstellung gewählte Vokabular mit "Sixties" und "Spider" hin. Außerdem trug auch der Roma Spider eine Kapuze ganz in Textil; wobei das ja nicht zwingend etwas heißen muss bei einem "neuen Modell".
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