Ferrari F40 von 1990: Zeitkapsel
Dieser 35 Jahre alte Ferrari F40 wurde nie gefahren

Bild: rmsothebys.com
Wer kauft sich einen nagelneuen Ferrari F40 und stellt das Auto für die nächsten 35 Jahre in eine Ecke, ohne es zu fahren? Was für die meisten Autofans unvorstellbar ist, hat sich genau so zugetragen. Im August versteigert RM Sothebys einen Ferrari F40 aus Erstbesitz, der unglaubliche 360 Kilometer auf dem Tacho hat. Eine einmalige Gelegenheit für Sammler!
Erlauben Sie zum Einstieg eine kurze Frage: Wie hoch ist die jährliche Fahrleistung Ihres Autos? 10.000 Kilometer? 20.000 Kilometer? Oder vielleicht nur 10 Kilometer? Wenn auch nur theoretisch, so beträgt die durchschnittliche jährliche Laufleistung des hier gezeigten Ferrari F40 exakt 10,3 Kilometer.
Wie es dazu kam? Laut des Auktionshauses RM Sothebys wurde der Ferrari F40 mit der Chassisnummer 84036 im Februar 1990 als EU-Modell gebaut und anschließend über den offiziellen Ferrari-Importeur aus Südostasien an seinen ersten Besitzer ausgeliefert. Statt den 478 PS starken Ferrari F40 zu fahren, lagerte er das Auto ein – und zwar für die nächsten 35 Jahre!

Der F40 war das letzte Modell, das "il Commendatore" Enzo Ferrari höchstpersönlich abgenickt hat. Schon bei seiner Präsentation im Sommer 1987 war der F40 ein Sammlerstück.
Bild: rmsothebys.com
Bei den 360 Kilometern auf dem Tacho dürfte es sich zum Großteil um Auslieferungskilometer handeln. Hinzu kommt, dass es sich bei diesem Exemplar um ein gesuchtes "non-cat, non-adjust"-Exemplar handelt. Bedeutet: Dieser F40 hat als EU-Modell keine Katalysatoren und auch keine Verstelldämpfung. Bei Sammlern sind diese Modelle besonders gefragt.
Ein F40 im unberührten Originalzustand
Sammlern bietet sich zudem die Gelegenheit, hier einen F40 im absolut unveränderten Originalzustand zu erwerben. Es wirkt geradezu so, als habe das Auto soeben erst die Werkshallen in Maranello verlassen. Auf den Zentralverschlussfelgen befinden sich sogar noch die blauen Sticker – ein Beweis dafür, dass die Räder noch nie demontiert wurden.

Auf dem Tacho dieses F40 stehen unglaubliche 360 Kilometer. Der Zustand ist praktisch jungfräulich.
Bild: rmsothebys.com
Was erst mal nach einem wahr gewordenen Sammler-Traum klingt, birgt jedoch auch ein Problem. Denn nach dem 35-jährigen Dornröschenschlaf muss der nächste Besitzer den F40 umfassend restaurieren, sollte er planen, das Auto zukünftig zu fahren. Denn seit der Auslieferung wurde der F40 nie gewartet. In Vorbereitung auf die Auktion wurde der Supersportwagen zwar äußerlich gesäubert, jedoch vorsorglich kein Startversuch des V8-Twinturbo unternommen – eine weise Entscheidung.
So hoch ist der Schätzpreis
Am Ende obliegt es dem nächsten Besitzer, ob er diesen Ferrari F40 als Mahnmal an absolute Originalität im aktuellen nicht fahrbereiten Zustand belässt, oder ob er sich dazu entscheidet, das Auto umfangreich zu restaurieren (in erster Linie technisch), um es zu fahren.
So oder so wird das kein günstiges Unterfangen, denn der Schätzpreis liegt bei umgerechnet 2,1 bis 2,25 Millionen Euro (2,4 bis 2,6 Millionen US-Dollar). Fahrbereite und regelmäßig gewartete Exemplare gibt es auf dem Gebrauchtwagenmarkt aktuell für etwa drei Millionen Euro. Die haben dann aber auch nicht nur 360 Kilometer auf der Uhr!
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