Er ging als "Professor" und viermaliger Weltmeister in die Formel-1-Geschichte ein, doch zur Legende wurde er durch sein Duell mit Ayrton Senna: 1989 gewann Alain Prost die Weltmeisterschaft gegen seinen McLaren-Teamkollegen aus Brasilien, flüchtete anschließend aber zu Ferrari.
Dort bekam er als Begrüßungsgeschenk einen F40 (2,9l-V8-Biturbo, 478 PS) – das schnellste Straßenauto, das die Welt bis dahin gesehen hatte. Eben jener F40 mit der Fahrgestellnummer 83249 Baujahr 1989 steht jetzt im Auktionshaus Sotheby's zum Verkauf. Zielwert: 2,5 bis drei Millionen Euro.
Ein Ferrari F40 von Alain Prost steht zum Verkauf.
Bild: ©2023 Courtesy of RM Sotheby's

Der Wagen wurde im Februar 1990 in Frankreich auf Prosts Wohnsitz in Meribel zugelassen. Ein großer Fan der Sportwagenschmiede aus Maranello scheint der Franzose indes nicht gewesen zu sein. Erst kürzlich verriet er, dass er den Ferrari nie gefahren ist und ihn kurz nach der Auslieferung verkauft hat. Um den Wert zu steigern, signierte der rasende Geschäftsmann das Dach des Ferrari. Die Unterschrift wurde mit Klarlack versiegelt und ist bis heute sichtbar.

F40 erhielt Zertifizierung Ferrari Classiche

Später wurde der F40 vom englischen Magazin "Motor Sport" einem Vergleichstest mit dem 288 GTO und einem F50 unterzogen. Das Urteil von Texter Andrew Frankel: "In der Kunst der geschickt kontrollierten Wildheit kennt der F40 keine Gleichen … Enzo Ferrari pflegte immer zu sagen, dass der beste Ferrari der ist, den er noch nicht gebaut hat. Es ist daher nur folgerichtig, dass es unter all den wunderbaren Straßenfahrzeugen, die er gebaut hat, kein schöneres gibt als den F40. Es war der letzte, den er sah."
Der Wagen wurde im Februar 1990 in Frankreich auf Prosts Wohnsitz in Meribel zugelassen.
Bild: ©2023 Courtesy of RM Sotheby's

2016 erhielt das Chassis mit der Nummer 83249 die Zertifizierung Ferrari Classiche. Heißt: Fahrgestell, der Motor, das Getriebe und die Karosserie sind original erhalten.
Und Prost? Dem Professor fehlte auch beim Rennstall Ferrari das glückliche Händchen. Er verlor die WM 1990 gegen McLaren-Star Ayrton Senna und wurde 1991 gefeuert, nachdem er das Fahrverhalten seiner roten Göttin mit einem Lkw verglichen hatte. Vielleicht hätte er den F40 mal ausprobieren sollen …