Ferrari Roma Spider: erster Check im V8-Cabrio
Offenbarung mit V8: Ferrari bringt den neuen Roma Spider
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Das Roma Coupé hat den Ferrari-Fans vor zwei Jahren schon den Kopf verdreht, jetzt legen die Italiener mit dem Spider nach – und graben dem Portofino M damit hausintern das Wasser ab.
Bild: AUTO BILD
Der einstige Trend der Stahl-Klappdächer ist längst abgeklungen, und nun verliert er mit dem Ferrari Portofino M einen weiteren Vertreter der Zunft. Zwar wird dieser noch bis zum kommenden Jahr parallel zum neuen Roma Spider weitergebaut, aber nur um die bereits bestehenden Bestellungen abzuarbeiten. Neue Aufträge nimmt Ferrari nur noch für den offenen Roma an – und dieser soll die gut betuchte Kundschaft vor allem mit seiner kecken Dachform vereinnahmen.
Im geschlossenen Zustand hat Ferrari nämlich besonderen Wert darauf gelegt, dass die elegante Fastback-Linie des geschlossenen Roma möglichst erhalten bleibt. Das hat zur Folge, dass im offenen Zustand ein kleiner Buckel hinter den beiden Notsitzen bleibt, den die Italiener aber mit Kopfstützen und dem eingefahrenen Stoffverdeck recht elegant kaschiert haben. Aus der Seitenansicht erinnert das fast ein bisschen an die erste Version des 250 Testa Rossa.

Fünf Schichten Akustikmaterial machen das Häubchen einem Stahl-Klappdach ebenbürtig.
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Das Verdeck selbst besteht aus insgesamt acht Schichten, von denen allein fünf für die Akustikdämmung zuständig sind. Dadurch soll es dem Stahl-Klappdach in Sachen Komfort in nichts mehr nachstehen. Während der Fahrt lässt sich das Dach bis Tempo 60 betätigen, auf oder zu soll in 13,5 Sekunden erledigt sein.
Am Heck entspricht der Spider der geschlossenen Version. Die vier stilisierten Leuchten werden an der Unterseite von zwei Auspuffpaaren gespiegelt. Auf dem Heckdeckel ist der Ausfahrspoiler dunkel abgesetzt und lässt sich wie bei der geschlossenen Version nicht manuell ausfahren. Poserei vor der Eisdiele bei Schrittgeschwindigkeit ist mit dem Roma also nicht drin – solche stillosen Freveleien will Ferrari direkt unterbinden.
Die zweite Reihe ist nichts für Erwachsene
Der Kofferraum schluckt mit seiner niedrigen Ladekante 255 Liter im geschlossenen Zustand, ist das Dach geöffnet, bleiben davon 170 Liter übrig – immer noch genug für zwei Handgepäcks-Trollys und ein bisschen Kleinkram.

Ein neu konzipiertes Aero-Windschott reduziert Turbulenzen in der Kabine.
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Letzterer lässt sich darüberhinaus auch auf der Rückbank unterbringen, denn für mehr als Kleinkinder ist die zweite Reihe der 2+2-Sitzer-Konfiguration de facto nicht zu gebrauchen. Sind diese nicht vorhanden oder bereits zu groß, bietet der Roma Spider hier also noch ein bisschen Extra-Stauraum. Aber nur, wenn man das neuartige Windschott nicht nutzen will, denn dieses klappt auf Knopfdruck und bis Tempo 180 auch während der Fahrt aus der hinteren Rückenlehne aus. Mit seiner aerodynamischen Form leitet es den Fahrtwind so um, dass in der Kabine der Luftstrom effektiv beruhigt wird.

Tiefe Sitzposition, intuitives Cockpit: Der Spider vereint Fahrspaß und Komfort.
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Im Interieur finden wir das gespiegelte Cockpit aus dem Coupé vor, das mehr auf Komfort getrimmt wurde und weniger auf den Fahrer zugeschnitten ist als bei den Performance-Modellen des Hauses. Unter dem zentralen Infobildschirm in der Mitte und der Schaltkulisse des Achtgang-Doppelkupplers sitzt der Fahrzeugschlüssel – präsentiert wie ein Kunstwerk – in seinem vorgesehenen Fach.
Die Sitze verwöhnen den Fahrer mit Komfort und Seitenhalt, am unten leicht abgeflachten Lenkrad stellt das Manettino sämtliche Performance-Optionen der großen Modelle zur Verfügung. So sorgt der Ferrari Dynamic Enhancer im Race-Modus für astrein kontrollierbare Querdynamik-Sperenzchen.

Das Cockpit des Roma ist – ähnlich wie beim Purosangue – gespiegelt und weniger fahrerorientiert.
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Damit immer genug Dampf an der Kette anliegt, kreischt sich unter der langen Haube der bekannte 3,9-Liter-Biturbo-V8 die Drehzahlleiter entlang. Mit 620 PS ist er die – man traut es sich kaum zu sagen – schwächste Ausführung in der Ferrari-Modellpalette. Die volle Leistung des drehzahlgierigen Aggregats liegt bis 7500 Touren an, 760 Newtonmeter dreschen zwischen 3000 und 5750 Umdrehungen auf die Hinterräder ein.

Unter der Haube: Der bekannte 3,9-Liter-V8 mit 620 PS.
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Zusammen mit dem, in Transaxle-Bauweise integrierten Doppelkuppler hakt der Roma Spider die 0-100-km/h-Übung in 3,4 Sekunden ab – genau so schnell wie das Coupé. Von 0 auf 200 verliert er zu seinem stets geschlossenen Pendant vier Zehntel, bleibt mit 9,7 Sekunden aber immer noch unter der 10er-Marke. Die Vmax liegt bei 320 km/h.
Jedes Pferdchen muss nur 2,5 Kilo schleppen
In Sachen Gewicht gibt Ferrari 1556 Kilogramm an, allerdings wie in Maranello üblich als Trockengewicht. Damit hat jedes italienische Pferdchen nur 2,5 Kilo zu schleppen. Fahrbereit müssen wir da gedanklich noch ein paar Pfunde addieren. Der Vergleich zum Coupé spuckt ein Mehrgewicht von 84 Kilo aus, wovon 70 auf das Konto des von Magna zugelieferten Dachs gehen. Der Rest kommt von zusätzlichen Versteifungen in der Karosserie.
Preislich dürfte der Roma Spider über 220.000 Euro liegen
Mit 4,66 Metern ist der Roma Spider etwa zwölf Zentimeter länger als ein 911 Turbo, hat jedoch einen 22 Zentimeter längeren Radstand als der Zuffenhauser Konkurrent.
Was den Preis angeht, hält Ferrari sich noch bedeckt, doch das Roma Coupé steht aktuell mit 208.000 Euro in der Preisliste. Für das Cabrio dürften wir also gut 220.000 Euro anpeilen. Damit läge er in etwa auf dem Niveau des angesprochenen Turbo, der zwar Allradantrieb hat, aber auch zwei Zylinder und 40 PS weniger.
Fazit
Mit dem Roma Spider hat Ferrari seit Langem mal wieder ein Stoffdach-Cabrio im Programm – und was für eines. Mit seiner vom Coupé übernommenen Fastback-Silhouette stellt er seinen indirekten Vorgänger Portofino M vor allem geschlossen deutlich in den Schatten. Wie bei Ferrari üblich, dürfte das größte Problem jedoch sein, überhaupt einen zu bekommen, denn das Angebot liegt traditionell immer mindestens ein Auto unterhalb der Nachfrage.
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