Zwölfzylinder sind die Königsklasse des Motorenbaus. Laufruhe, Leistung satt, Drehmoment und gieriger Sound – kein Aggregat vereint diese Eigenschaften wie ein V12. Dumm nur, dass die Zwölfender saufen ohne Ende. Diese Problematik hat auch Ferrari erkannt und zündet deshalb jetzt auf der Auto China 2012 in Peking die zweite Evolutionsstufe des Hybridsystems HY-KERS, das die Italiener bereits 2010 auf dem Genfer Salon erstmals präsentiert hatten. Das neue HY-KERS kombiniert einen Elektromotor mit dem 740 PS starken 6,2-Liter-V12 aus dem F12 Berlinetta. Der Spritverbauch soll dabei um bis zu 40 Prozent sinken.
Dazu verbaut Ferrari einen etwa 40 Kilo schweren E-Motor hinter dem aus der Formel 1 adaptierten Doppelkupplungsgetriebe. Er kann beim Beschleunigen unterstützen und fungiert beim Bremsen als Generator. Ein zweiter Elektromotor ist vor dem V12 montiert und unterstützt die Nebenaggregate z. B. Klimakompressor, Servolenkung). Die Akkus sitzen im Unterboden, so soll die Balance des Autos nicht leiden. Cockpit und auch der Kofferraum bleiben unberührt. Laut Ferrari läuft die Testphase des HY-KERS bereits in den letzten Zügen, die Serienentwicklung steht unmittelbar bevor. Wann das System in den Handel kommt, lassen die Italiener aber noch offen.