Feuerwehr-Forderung: Bessere Sicherheitsstandards bei E-Autos
Brand bei E-Autos: Feuerwehr fordert bessere Sicherheitsstandards

Die Feuerwehr möchte Sicherheitsstandardsbei E-Autos stärker vereinheitlichen. Dass zum Beispiel Akkus an einer vorgegebenen Stelle angebracht werden.
Bild: Bernd Hofmeister
Klare Kante der Deutschen Feuerwehr! Sie plädiert dafür, die Sicherheitsstandards im Bereich der E-Mobilität stärker zu vereinheitlichen. Denn dadurch könnte bei Unfällen eine schnellere und gezieltere Reaktion ermöglicht werden.
"Die Hersteller müssten verpflichtet werden, die Akkus jeweils an einer vorgegebenen, auch bei Unfällen leicht zugänglichen Stelle im Fahrzeug einzubauen", forderte der Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Frank Hachemer, bei der dpa. Die Batterien seien je nach Hersteller teilweise im unteren Bereich installiert.
Stand Januar 2023 sind auf den Straßen Deutschlands etwa 60,1 Millionen zugelassene Kraftfahrzeuge unterwegs. Davon werden 6,6 Prozent, laut dem Kraftfahrtbundesamt, durch alternative Antriebe statt herkömmlicher Verbrennungsmotoren angetrieben.
Von diesen fast vier Millionen Fahrzeugen besitzt die Hälfte einen Elektroantrieb. Dies umfasst reine Elektroantriebe sowie Plug-In-Hybride, die sowohl elektrisch als auch mit herkömmlichem Kraftstoff betrieben werden können, sowie Antriebe mit Brennstoffzellen.
Nicht gefährlicher als bei Verbrennern
Ganz grundsätzlich sind Brände bei E-Autos nicht gefährlicher als bei Verbrennern, betonen Experten. Allerdings können die Zellen in der Antriebsbatterie "durchgehen", was "Thermal Runaway" genannt wird, das eine rasche Brandausbreitung mit hoher Energiefreisetzung und starker Rauchentwicklung zur Folge hat. Die Antriebsbatterie brennt dann und muss durch die Feuerwehr mit viel Wasser gelöscht werden.
Die Abschaltautomatik für den Strom, um Lösch- und Bergungsarbeiten vornehmen zu können, funktioniere zwar in den meisten Fällen, aber nicht immer gesichert, sagte Hachemer. "Gerade bei schweren Unfällen ist es gefährlich, wenn Einsatzkräfte mit Rettungsgerät Verletzte bergen wollen, ohne zu wissen, wo genau noch womöglich unter Strom stehende Teile im Weg sind."
Markus Egelhaaf, ein Fachexperte des Stuttgarter Sicherheitsunternehmens Dekra, betonte, dass die Abschaltautomatik nur in seltenen Ausnahmesituationen nicht aktiviert werde. Als Beispiel führte er an, dass dies der Fall sein könnte, wenn ein Fahrzeug an der Ladesäule angefahren wird oder während der Fahrt ohne Zusammenstoß mit einem anderen Fahrzeug Feuer fängt, beispielsweise durch einen Kurzschluss.
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