Fiat 2100 Speciale (1959) vom Papst zu verkaufen
Der heilige Fiat vom Papst wird zum Hammerpreis verkauft

Dieser Fiat 2100 Speciale war einst der Dienstwagen von Papst Johannes XXIII. 65 Jahre später wird die edle Limousine verkauft. Der Preis für den heiligen Fiat ist heftig!
Bild: Agentur für Oldtimer Michael Fröhlich
Dieser Fiat ist heilig! Vor ziemlich genau 65 Jahren wurde ein Fiat 2100 Speciale zum Papamobil ernannt und leistete Papst Johannes XXIII. zehn Jahre lang treue Dienste. Mittlerweile wird das Unikat von einem deutschen Händler angeboten. Der Preis hat es in sich!
Am 28. Oktober 1958 trat Johannes XXIII. die Nachfolge von Pius XII. an. Johannes XXIII, der mit bürgerlichem Namen Angelo Giuseppe Roncalli hieß, gilt bis heute als Papst der Herzen und als Reformer. Nur knapp ein halbes Jahr nach Amtsantritt spendierte die Agnelli-Familie dem Papst einen neuen Dienstwagen. Am 2. März 1959 wurde ein ganz spezieller Fiat 2100 Speciale in schwarz-roter Farbkombination an Johannes XXIII. übergeben. Zu den Besonderheiten gehörte unter anderem ein großes Glasdach im Fond.
Die Luxusversion des Fiat 2100
Der 2100 Speciale mit rotem Lederinterieur wurde von Fiat für den Papst produziert und ist ein Unikat. Dabei war schon der Fiat 2100 zu seiner Zeit ein seltenes Modell. Der Speciale war die nochmals luxuriösere Version des 1800/2100 und wurde bei der Carozzerie Speciali Fiat, einer Spezialabteilung für kleine Stückzahlen gefertigt.

Nur für den Speciale gab es einen prunkvollen Chrom-Kühlergrill und Doppelscheinwerfer.
Bild: Agentur für Oldtimer Michael Fröhlich
Der Speciale war 16 Zentimeter länger, hatte einen anderen Kühlergrill, Doppelscheinwerfer und zusätzliche Chromleisten auf den hinteren Chromleisten. Außerdem reichte die Stoßstange bis an die hinteren Radläufe und die seitlichen Zierleisten entfielen. Im Innenraum gab es eine Extraportion Luxus, unter anderem durch ein Defroster-Gebläse für die Heckscheibe, einer Art Vorläufer der heute gängigen Heckscheibenheizung.
Unter der Haube arbeitet ein 2,1-Liter großer Sechszylinder mit überschaubaren 82 PS. Bis zum Produktionsende im Herbst 1961 entstanden nur 1174 Fiat 2100 Speciale, was den großen Fiat nicht nur außerhalb von Italien zu einer echten Rarität macht.
Papamobil für zehn Jahre
Der Fiat 2100 Speciale von Papst Johannes XXIII., der von der "Händler Agentur für Oldtimer Michael Fröhlich" in Mettmann angeboten wird, hat Sammlerwert, was nicht nur an der heiligen Vergangenheit, sondern auch an der bis heute durchgängig belegbaren Historie liegt. Die Limousine war rund zehn Jahre im Dienst, was bedeutet, dass sie auch dem Nachfolger Papst Paul VI. noch ihren Dienst erwies. Anschließend wurde der Fiat an den römischen Bischof übergeben, dem der 2100 ebenfalls treue Dienste leistete.

Knapp 65 Jahre her: Am 2. März 1959 übergab die Agnelli-Familie den Fiat 2100 Speciale an Papst Johannes XXIII.
Bild: Agentur für Oldtimer Michael Fröhlich
In den Ruhestand ging es für den Fiat via Auktion, deren Erlös wohltätigen Zwecken zugutekam, so heißt es. Erworben wurde der heilige Fiat von einer italienischen Adelsdynastie, zu welchem Preis ist leider nicht bekannt.
So viel soll der heilige Fiat kosten
Mit knapp 52.000 Kilometern auf dem Tacho ruft der deutsche Händler, der den Fiat aktuell im Kundenauftrag anbietet, 130.000 Euro für das einstige Papamobil auf. Einen Vergleichspreis zu bestimmen, ist letztendlich unmöglich. Sogar die Bestimmung eines Marktwert für einen Fiat 2100 in Deutschland ist nahezu unmöglich.

Der Speciale war rund 16 Zentimeter länger als ein gewöhnlicher Fiat 2100.
Bild: Agentur für Oldtimer Michael Fröhlich
Fakt ist, dass der heilige Fiat in den letzten Jahren immer mal wieder verkauft werden sollte. So wurde er 2017 auf der Retro Classics in Stuttgart ausgestellt und im Oktober 2021 auf der Auktionsplattform "My Next Classic" angeboten. Der damalige Schätzpreis lag bei 100.000 bis 150.000 Euro, doch der Fiat wurde nicht verkauft.
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