Fiat 500e gebraucht: Stärken und Schwächen beim TÜV
Gebrauchter Fiat 500e: Dolce Vita ohne Nebenwirkung

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Der 2020 neu vorgestellte Elektro-Kleinstwagen wird in Italien gebaut und will vieles besser machen als sein Verbrenner-Vorgänger. Die HU-Ergebnisse sprechen für ihn.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Der Fiat 500e (mittlerweile umbenannt in Fiat 500 Elektro) beweist, dass moderner italienischer Autobau solide sein kann. Nach anfänglichen Themen rund um Akku und Laden zeigt er sich aus TÜV-Sicht bislang stabil – begünstigt durch geringe Laufleistungen. Wie dauerhaft dieser Eindruck ist, bleibt abzuwarten. Der Überblick aus dem TÜV-Report 2026.
Fiat 500e
Das ist er: Italienische Folklore für die Straße. Die aktuelle Generation des Fiat 500 adaptiert das charmante Retrodesign seines Vorgängers aus den Nullerjahren. Doch der Schein trügt: Technisch wurde das Auto grundlegend neu konzipiert – eben als reiner Stromer 500e, gebaut im italienischen Werk Mirafiori. Das Design bleibt niedlich, Komfort und Platzangebot legten spürbar zu. Die Cabrio-Version und das 3+1-Türkonzept verleihen dem 500 eine extravagante Note.

Auf 3,63 Meter angewachsen, bleibt der Fiat 500 ein handliches Stadtauto. Seit Winter 2025 auch wieder als Verbrenner.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Der Innenraum geriet hochwertiger als beim Vorgänger, das Infotainment ist moderner. Mit Assistenzpaketen konfiguriert, fährt der 500e teilautonom. Sportlicher Ableger ist der Abarth 500e. 2025 wurde außerdem ein günstigerer Mildhybrid-Benziner nachgereicht, um die Verkaufszahlen anzukurbeln.

Im Fond bleibt der 500e ein Zwerg. Man sollte ihn daher als 2+2-Sitzer verstehen.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Das kann er: Als E-Mobil fährt der kleine Fiat recht straff und lokal emissionsfrei. Der kleine Akku speichert 21,3 Kilowattstunden Strom, die große Variante immerhin 37,3 kWh (netto). Im Idealfall sollen laut WLTP 320 km Reichweite drin sein.
Das macht Ärger: Bislang erfreulich wenig, die Qualität liegt spürbar über der des Vorgängers. Neben Ladeproblemen friert häufiger das Infotainment ein; sporadische Phantomfehlermeldungen; Reichweiten-Einbußen, insbesondere bei Kälte und bei älteren Batterien, dazu eine nicht immer konstante Verarbeitungsqualität. Das Kraftfahrt-Bundesamt listet drei Rückrufe auf: Antriebsverlust und Brandgefahr wegen fehlender Klemme am Minuspol des Batteriepacks, Brandgefahr durch kontaminierte Zellen der Hochvoltbatterie, Drehmomentverlust an den Rädern aufgrund defekter Achswellen.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Eine solide Vorstellung. Die Achsaufhängungen sind überdurchschnittlich haltbar, Federn, Dämpfer und Lenkgelenke durchschnittlich. Tadellos sind Antriebswellen und Lenkanlage. Rost ist kein Thema.
Licht
Ein weiterer heller Moment. Abblendlicht, Blinker und Warnblinker sind so zuverlässig wie der Durchschnitt der Altersprobanden, die vordere Beleuchtung ist top. Die hintere Beleuchtung wird sehr selten bemängelt.
Fiat 500e: Mängeleinteilung*
Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher | |
|---|---|---|---|---|
Alter | ||||
2-3 Jahre | 92,6 (Ø 89,4) | 3,2 (Ø 4,0) | 4,2 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
Bremsen
Zum Glück kein Showstopper. Nur minimal schlechter als der Altersdurchschnitt ist die Fußbremse. Feststellbremse, Leitungen, Schläuche und Bremsscheiben geben sich tadellos. Letzteres ist keineswegs selbstverständlich für ein Elektroauto.
Umwelt
Typisch für Elektroautos glänzt der Fiat 500e in diesem Kapitel. Ölverlust am Antrieb gibt es nicht. Abgasuntersuchung und Abgasanlage sind logischerweise kein Prüfthema, können also auch nicht die Bilanz verhageln.
Fazit
Die elektrische Neuauflage des Fiat 500 belegt, wie solide italienischer Autobau sein kann. Zwar gab es anfangs Ärger mit dem Hochvoltakku und Ladeprobleme, doch insgesamt ist die Konstruktion aus Sicht der TÜV-Sachverständigen eine erfreulich solide Angelegenheit. Was zu berücksichtigen wäre: Geringe Laufleistungen begünstigen ein gutes Abschneiden bei der HU – und die Wahrheit zeigt sich oft erst im Alter. Man darf gespannt sein.
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