Finnischer Multimillionär mit rekordverdächtiger Geldstrafe
32 km/h zu schnell macht 121.000 Euro Geldstrafe

Ein finnischer Multimillionär fuhr 32 km/h zu schnell und musste dafür 121.000 Euro zahlen. Klingt nach drakonischer Strafe, basiert aber auf einem Gesetz!
Bild: DPA
Innerorts 32 km/h zu schnell gefahren? Macht in Deutschland 260 Euro, zwei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot. Außerorts reduziert sich die Strafe auf 200 Euro, einen Punkt und einen Monat Fahrverbot. In Finnland kann das gleiche Vergehen unglaubliche 121.000 Euro kosten! Was erst mal nach einer drakonischen Strafe klingt, basiert auf einem alten Gesetz, bei dem die Strafe nach dem Einkommen berechnet wird!
Dass Geldstrafen in Skandinavien generell höher ausfallen, ist keine Überraschung. Wie hoch die Strafen im Einzelfall ausfallen können, ist allerdings schon extrem. Das musste der 76-jährige Anders Wiklöf kürzlich am eigenen Leib erfahren, als er in der Region Åland mit 82 km/h in einer 50er-Zone gelasert wurde.
In Finnland werden Geldstrafen in Tagessätzen verhängt
Das Problem: In Finnland werden die Strafen nach Tagessätzen berechnet. Die Sätze basieren auf dem täglich zur Verfügung stehenden Nettoeinkommen (in der Regel 50 Prozent des Tageseinkommens).
Ein einfaches Beispiel: Ein Arbeitnehmer verdient 100 Euro pro Tag, das zur Verfügung stehende Nettoeinkommen würde in diesem Fall 50 Euro betragen. Wie viele Tagessätze veranschlagt werden, hängt vom Vergehen ab. Vor einigen Jahren wurde in Finnland ein Geschwindigkeitsverstoß von 25 km/h mit zwölf Tagessätzen bestraft. Bei 40 km/h zu viel waren es schon 22 Sätze.
Blöd nur, dass Anders Wiklöf kein gewöhnlicher Arbeitnehmer ist. Wiklöf ist Gründer und Vorsitzender der Investmentgruppe Wiklöf Holding, Multimillionär und gehört zu den reichsten Menschen Finnlands. Das hatte zur Folge, dass er für seinen Geschwindigkeitsverstoß unglaubliche 121.000 Euro berappen musste.
Geschwindigkeitssünder Wiklöf ist Wiederholungstäter
Auch der Fakt, dass er Wiederholungstäter ist, hat sich sicherlich nicht milde auf sein Urteil ausgewirkt. Im Fünfjahres-Rhythmus musste er bereits 2013 (95.000 Euro) und 2018 (63.680 Euro) für Geschwindigkeitsverstöße bezahlen. Verglichen damit dürfte der zehntägige Führerscheinentzug, der auf die 121.000 Euro noch obendrauf kommt, nicht ganz so schwer wiegen. Mit welchem Auto Wiklöf unterwegs war, ist leider nicht bekannt.
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