Flugtaxis: Regierung stellt Regeln vor
Was gilt für die Taxis der Lüfte in Deutschland?

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Ab 2026 sollen hierzulande die ersten elektrischen Flugtaxis (eVTOL) abheben, eine bundesweite Ausbreitung ist für 2032 geplant. Das kündigte das Verkehrsministerium am Mittwoch (11. Dezember 2024) an. Schon im übernächsten Jahr soll es Teststrecken geben. Verkehrsminister Volker Wissing sagte, Drohnen und Flugtaxis dürften die Fortbewegung in der Luft revolutionieren: "Sie schaffen neue Transportmöglichkeiten für Güter und Menschen und sind Treiber für das elektrische Fliegen und eine klimafreundliche Luftfahrt."
Lizenzen und Länderplätze geplant
Das Ministerium präsentierte eine frische Strategie mit acht Maßnahmen, um die Rahmenbedingungen in Deutschland abzustecken. Ein zentraler Punkt ist die Ausbildung der Flugtaxifahrer: Es soll eigene Lizenzen für Flugtaxi-Piloten geben. "Dabei setzen wir uns dafür ein, dass Inhaber bestehender Pilotenlizenzen nach einer Zusatzschulung eVTOL fliegen dürfen, und streben langfristig eine eigenständige VTOL-Lizenz an", heißt es in der Pressemitteilung.
Außerdem plant das Ministerium den Bau von speziellen Start- und Landeplätzen – sogenannten Vertiports. Die sind für den Betrieb der Flugtaxis notwendig. Die neue Luftverkehrsstrategie sieht auch die Entwicklung neuer Routenkonzepte vor und setzt auf eine enge Kooperation mit Industrie und Forschungseinrichtungen. Zudem sollen bestehende Gesetze angepasst und neue Richtlinien entwickelt werden, um den Weg für die Technologie zu ebnen.
Für Unternehmen und Investoren, die in diesen zukunftsträchtigen Markt einsteigen wollen, plant das Ministerium Fördermittel, um die Ausbreitung voranzutreiben.
Sind Flugtaxis wirklich klimafreundlich?
Mit dem Mini-Flieger einmal quer durch die Stadt – ohne Stau oder sonstige Verzögerungen: Das ist die Vision für Flugtaxen. Doch ob die Passagier-Drohnen tatsächlich schneller als Auto oder Bahn sind, bleibt abzuwarten. Eine Studie scheint zu belegen, dass sie weder Zeit sparen noch besser für das Klima sind. Laut einer Analyse des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim von elf Untersuchungen verkürzen sich Reisezeiten kaum, während die Kosten und im Vergleich zu E-Autos auch die CO2-Emissionen steigen.
Die elektrischen Flugtaxis stoßen laut der Untersuchung nur verglichen mit Verbrenner-Autos weniger CO2 aus. Gegenüber Fahrten mit E-Autos benötigen sie sogar mehr Energie. "Daher leisten sie keinen positiven Beitrag zur Energiewende im Verkehrssektor", so ZEW-Forscherin Anna Straubinger aus dem Bereich Umwelt- und Klimaökonomik.
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