Ford F-150 Raptor im Test
Ford Raptor mit V6 – Kraftprotz auf der Überholspur

Bild: Caroline Jüngling / Auto Bild
Wie der Zufall manchmal spielt: Da haben wir eigentlich wegen einer ganz anderen Geschichte bei einer PR-Agentur angefragt, und als Antwort kam: "Nee, klappt leider nicht, aber wir vertreten auch den Europa-Importeur des Ford F-150 – wäre das nicht mal was für einen Test?" "Wenn ihr ihn mir als Raptor schickt, jederzeit", war die prompte Antwort. Und so stehe ich jetzt hier neben der Koppel – mit Pferd auf Tuchfühlung.
Dabei ist dieser Raptor "nur" die kleine Ausbaustufe. Der Raptor R mit V8 und 730 PS legt noch mal gewaltig einen drauf. Doch auch die 456 PS, mit denen unser 3,5-Liter-V6 hier voranschiebt, sind nicht von schlechten Eltern.
Glatte sechs Sekunden haben wir auf 100 km/h gemessen, 200 erreicht er gar nicht. Ist auch besser so, denn die abgeregelten 192 km/h haben wir auf der Autobahn ausgefahren – nicht unsicher, aber abenteuerlich.
Der Bremsweg des Ford F-150 Raptor ist bedenklich lang
Viel bedenklicher ist der Bremsweg von 46,1 Metern warm. Klar, da spielen das Leergewicht von 2,7 Tonnen und die grobstolligen BF-Goodrich-Walzen eine nicht unerhebliche Rolle, aber dennoch dürfte der Ami gern souveräner ankern.

Verschwindet fast im Motorraum des Ford F-150 Raptor: Der 3,5-Liter-V6 ist ungewohnt modern.
Bild: Caroline Jüngling / Auto Bild
Der Durchzug ist dagegen eindrucksvoll – auch wenn der Biturbo etwas träge reagiert, die Zehnstufen-Automatik ein paar Zehntel braucht, bis sie sich in ihrer Fahrstufen-Bibliothek den richtigen Gang hersortiert hat. Wenn er mal am Gas hängt, lässt er so schnell nicht mehr los. Fahrwerksseitig sorgen variable Fox-Racing-Dämpfer mit 38 Zentimeter Federweg hinten für eine mächtige Spreizung zwischen Sport- und Baja-Modus. Straff ist er aber zu keiner Zeit.

In Kurven stemmt sich der Raptor stark ins Fahrwerk, taucht gewichtsbedingt vor allem auf der Vorderachse ein.
Bild: Caroline Jüngling / Auto Bild
Der Innenraum ist amerikanische Lässigkeit pur: Plastikwüste ja, aber die Verarbeitung geht in Ordnung. Dafür zählen wir ganze 16 (!!!) Cupholder, und die Mittelarmlehne lässt sich zu einem Tisch umfunktionieren, auf dem auch ein Supersize-Burgermenü Platz hat. Dafür muss man nur den Automatikwählhebel in die Horizontale legen, was auch dafür sorgt, dass dieses Feature nur im Stand nutzbar ist – clever. Das Platzangebot ist vorn wie hinten verschwenderisch, das Raumgefühl durch das doppelte Glasdach im wahrsten Sinne himmlisch.
Fahrzeugdaten | Ford F-150 Raptor |
|---|---|
Motorbauart | V6 |
Hubraum | 3490 cm³ |
kW (PS) bei 1/min | 336 (456)/5000 |
Nm bei 1/min | 691/3500 |
Getriebe | Zehnstufen-Automatik |
Antriebsart | Allrad |
Maße L/B/H | 5908/2184/2027 mm |
Radstand | 3693 mm |
Tank-/Kofferraumvolumen | 136/1495 l |
Normverbrauch • CO2 | 16,5 l/100 km • 293 g/km |
Testwagenpreis | 143.990 Euro |
Und zum Schluss noch das leidige Thema Verbrauch. Gemessene 15,3 Liter klingen zunächst viel, doch bedenkt man die Stirnfläche und den 1,2 Liter höheren Werksverbrauch, schlägt sich der Raptor auf unserer Runde beachtlich. Ein weiterer Vorteil: Der Motor ist amerikanisch abgestimmt, ihm genügt konventionelles Super. Ach was, im Zweifel würde er wohl auch mit einer Mischung aus Jack Daniels und Russensprit laufen.
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