Ford Puma: Gebrauchtwagen-Test
Gebrauchter Puma – eine interessante Mini-SUV-Option?
Ford Puma im Gebrauchtwagen-Test
Bild: Tom Salt /AUTO BILD
Der 2020 ein geführte Ford Puma borgt sich den Namen des bis 2001 gebauten New-Edge-Design-Sportcoupés, positioniert sich jedoch komplett anders. Puma Nummer zwei rollt im gefragten Mini SUV-Format an den Start. Seinem Raubkatzen-Namen verpflichtet, profilierte er sich mit einer ungewöhnlich dynamischen Designsprache und flotten Motoren. So war er schnell erfolgreich. Inzwischen ist er auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu Preisen um 15.000 Euro als Leasingrückläufer eine feste Größe.
Ford Puma: Verwandtschaft mit dem Fiesta sieht man ihm nicht an
Das ist er: Sein neues SUV positionierte Ford in der Nische zwischen dem kantigen Eco-Sport und dem größeren Kuga. Produktionsort ist das Werk Craiova in Rumänien. Je nach Budget konnten sich Neuwagenbesteller für eine der zahlreichen Ausstattungslinien entscheiden. Die Modellvielfalt ist verwirrend. Sie reicht von Cool & Connect, Titani um, Titanium X, STLine, STLine X, STLine Vignale und Vignale bis hin zu Sondermodellen.

Das Design ist der Dynamik verpflichtet. Besonders das Heck trägt deutliche Coupé-Züge.
Bild: Tom Salt /AUTO BILD
Ausstattungspakete bündelten einzelne Extras mit Preisvorteil. Wobei besonders die Fahrassistenzpakete empfehlenswert sind. Hauptkaufgrund dürfte für viele Interessenten die Linienführung des Puma sein. Die hohe technische Verwandtschaft mit dem Kleinwagen Fiesta aufgrund der gemeinsamen Global-B-Plattform sieht man ihm nicht an.
Der Puma setzt auf eine sportlich geschnittene Frontpartie mit großem Kühlergrill, ungewöhnlich ausgeprägte Karosserieschultern und eine coupéartig abfallende Dachpartie als entscheidende visuelle Kaufanreize. Aus der Ferne kann man ihn von vorn sogar mit einem Porsche Macan verwechseln.
Technische Daten
1.0 EcoBoost PowerShift | 1.0 EcoBoost Hybrid | 1.5 EcoBoost ST | |
|---|---|---|---|
Motor | Dreizylinder/vorn quer | Dreizylinder/vorn quer | Dreizylinder/vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
Hubraum | 999 cm³ | 999 cm³ | 1496 cm³ |
Leistung | 92 kW (125 PS) bei 6000/min | 114 kW (155 PS) bei 6000/min | 147 kW (200 PS) bei 6000/min |
Drehmoment | 170 Nm bei 1400/min | 190 Nm bei 1900/min | 320 Nm bei 2500/min |
Höchstgeschwindigkeit | 190 km/h | 205 km/h | 220 km/h |
0–100 km/h | 9,6 s | 9,0 s | 6,7 s |
Tank/Kraftstoff | 42 l/Super | 42 l/Super | 40 l/Super |
Getriebe/Antrieb | Siebengang-DKG/Vorderrad | Sechsgang man./Vorderrad | Sechsgang man./Vorderrad |
Länge/Breite/Höhe | 4186/1805/1536 mm | 4186/1805/1536 mm | 4266/1805/1520 mm |
Kofferraumvolumen | 456-1216 l | 456-1216 l | 456-1216 l |
Leergewicht/Zuladung | 1334/496 kg | 1280/480 kg | 1358/452 kg |
Das Platzangebot im Innenraum geht in Ordnung. Zwar ist der Puma nicht riesig, doch er bietet auf den vorderen Plätzen angenehme Bewegungsfreiheit und ein aufgeräumtes Armaturenbrett. Auf den Fondsitzen geht es dagegen deutlich beengter zu. Der variable Laderaum ist je nach Lehnenstellung respektable 456 bis 1216 Liter groß. Achtung: 2024 kommt ein Facelift mit neuem Cockpit und erweiterter Assistenz!
Für jeden Geschmack gibt's den passenden Antrieb
Das hat er: Den richtigen Herzschlag für jeden Fahrertyp. Den Einstieg stellt der altbekannte 1,0 Liter-Eco-Boost Motor mit 95 PS dar. Dieser läuft ab rund 2000 Umdrehungen kraftvoll und vibrationsarm. Alternativ gibt es auch 125, 155 oder 160 PS. Die Mildhybrid-Versionen haben einen Startergenerator und 48 Volt-Bordtechnik.
Zur gefürchteten Raubkatze wird der Puma als ST-Version mit dem 1,5-Liter-Eco Boost-Benziner und 200 PS. Vielfahrer könnten sich für den nischigen 120-PS-Common-Rail-Diesel begeistern. Er fährt entspannt mit Verbräuchen unter fünf Liter Diesel durch die Lande. Die optionale Power-Shift-Automatik ist ein Doppelkupplungsgetriebe.
Die Ausstattungsumfänge können sich durchaus sehen lassen: Wenn das Budget es zuließ, konnte der Puma ab Werk mit Extras wie LED-Licht, Massagesitzen vorn, elektrischer Heckklappe, Panoramadach, Kontrastfarbakzenten und stämmigen 19-Zoll-Alufelgen aufgewertet werden. Leider waren einzelne Extras wie die 2022 eingeführten AGR-Performance-Sitze dem ST-Topmodell vorbehalten.

Das Cockpit ist bis auf Nuancen mit der letzten Fiesta-Generation identisch. Leicht bedienbar, eher einfache Materialien.
Bild: Tom Salt /AUTO BILD
Das 8 Zoll große Sync-3-Touch-Infotainment ist ein alter Bekannter aus anderen Ford-Modellen. Verblüffend clevere Details sind die Schmutzwanne mit Ablassschraube im Kofferraum sowie robuste Sitzbezüge mit Reißverschluss für eine einfachere Reinigung. Das Cockpit ist digitalisiert, jedoch in seinen Anzeigemöglichkeiten recht konventionell und dadurch leicht bedienbar.
Stärken
- Charmantes Fahrzeugkonzept
- Verblüffend dynamische Fahrwerksabstimmung
- Konfigurationsoptionen vielfältig
Schwächen
- Motoren sind ölsensibel und unter Volllast recht durstig
- Gehobene Ausstattungen gebraucht recht teuer
- Detailqualität schwankt
Für Gelände-Etappen taugt der Puma nicht
So fährt er: Bei der Fahrwerksabstimmung bewiesen die Ford-Ingenieure einmal mehr ihr Können. Über Landstraßen und durch enge Kurven zu räubern, macht durch das Zusammenspiel einer direkten Lenkung und eines straff abgestimmten Fahrwerks erstaunlichen Spaß.
Für Gelände-Etappen taugt der stets frontgetriebene Puma jedoch nicht: Traktionsreserven und nur 16,6 Zentimeter Bodenfreiheit sind lediglich Pkw-Niveau. Eine Allradoption war nicht bestellbar. Optional waren ein adaptiver Tempomat sowie ein aktiver Einpark- und Ausweichassistent erhältlich.

Enge Kurven meistert der Puma mit Bravour. Er gehört zu den agilsten SUV-Modellen im Segment. Automatik kostete Aufpreis.
Bild: Tom Salt /AUTO BILD
Qualität schwankt von Fahrzeug zu Fahrzeug
Das macht Ärger: Ford spendierte ab Werk mindestens zwei Jahre Neuwagengarantie mit Verlängerungsoptionen sowie zwölf Jahre Durchrostungsschutz-Garantie. Die Qualität darf auch nach knapp 100.000 Kilometern grundsätzlich als ordentlich gelten, jedoch schwankt sie offensichtlich von Fahrzeug zu Fahrzeug. Manche Puma-Besitzer loben das hohe Verarbeitungsniveau, andere klagen über knarrende Türverkleidungen sowie Klappergeräusche von Kofferraumboden und Panoramadach.

In der Gesamtschau ist der Puma ein ordentliches Auto, jedoch nicht immer bis ins Detail fehlerfrei.
Bild: Tom Salt /AUTO BILD
Die elektrische Heckklappe streikt vereinzelt, das Sync-3-Infotainment zeigt Abstürze und Koppelungsprobleme. Lästig sind Spardetails wie die leise Hupe und die bei Dunkelheit kaum brauchbare Rückfahrkamera. Sensibel ist die Steuerkette, die beim 1.0 Eco-Boost den gefürchteten Ölbad-Zahnriemen ersetzt und teils bereits bei niedrigen Laufleistungen wegen Geräuschen beanstandet wird. Beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) sind für den Puma insgesamt sieben Rückrufe hinterlegt.
Unterhaltskosten
Testverbrauch | 6,5 l S/100 km |
|---|---|
CO2 gem. WLTP-Zyklus | 121 g/km |
Inspektion | 270-500 Euro |
Haftpflicht (15)* | 491 Euro |
Teilkasko (21)* | 561 Euro |
Vollkasko (19)* | 825 Euro |
Kfz-Steuer (Euro 6) | 116 Euro |
Ersatzteilpreise*
Lichtmaschine | 725 Euro |
|---|---|
Anlasser | 408 Euro |
Wasserpumpe | 896 Euro |
Zahnriemen | entf./Steuerkette |
Nachschalldämpfer | 462 Euro |
Kotflügel vorn links, lackiert | 1231 Euro |
Bremsscheiben und -klötze v. | 666 Euro |
Infotainmentbildschirm | 630 Euro |
4 Sommerreifen (Dimension 215/55 R 17 98 W) | 700 Euro |
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