Formel 1: 100. GP für Nico Hülkenberg
Der Schattenmann feiert Jubiläum

In der Vollgas-Branche genießt er hohes Ansehen, doch mit dem Top-Cockpit will es einfach nicht klappen: Nico Hülkenberg fährt seinen 100. Grand Prix.
Bild: Picture-Alliance
- Frederik Hackbarth
Er wurde schon zigmal in den Ferrari geschrieben, gilt als Top-Fahrer und ist Le-Mans-Sieger. Und doch ist Nico Hülkenberg vor allem in Deutschland so etwas wie der Schattenmann der Formel 1. Das Scheinwerferlicht nehmen mit Sebastian Vettel und Nico Rosberg hierzulande andere Piloten ein, genauso wie die Top-Cockpits in der Formel 1. Seit 2010 fährt der Rheinländer nun schon in der Königsklasse und am Wochenende beim Großen Preis von Russland in Sotschi feiert er Jubiläum: Es wird Hülkenbergs 100. Rennen.

Kommt der Hulk geflogen: Nach Kollision mit Lewis Hamilton wurde Hülkenberg in Brasilien 2012 Fünfter
Mit großen Vorschusslorbeeren war Hülkenberg in die Formel 1 gekommen. 2009 war er überlegen GP2-Meister geworden, ein Jahr zuvor gewann er die Formel-3-Euroseries. Und noch davor hatte er sich 2007 in der mittlerweile eingestellten A1-GP-Serie international erstmals einen Namen gemacht - damals noch als Teenager. „Wo ist nur die Zeit geblieben? Das Jubiläum ist natürlich ein schönes Ergebnis. Aber ich kann's gar nicht glauben, dass es schon mein 100. Rennwochenende in der Formel 1 wird“, wundert sich der ‚Hulk’, wie ihn seine britischen Mechaniker einst liebevoll tauften. Heute erinnert vor allem der giftgrüne Helm Hülkenbergs an den Comichelden - auf der Strecke bleiben die Heldentaten zumindest in der Formel 1 aus.

Das warten auf die große Chance geht weiter: Die Top-Teams übergehen Hülkenberg bisher konsequent
Denn das lange Warten auf die große Chance geht weiter. „Irgendwann kommt sie, davon bin ich überzeugt“, sagt Hülkenberg, der mit Beharrlichkeit, Fleiß und harter Arbeitet weiter an seinem Traum basteln will, eines Tages auch mal in der Königsklasse auf dem Treppchen zu stehen - am besten ganz oben. Gelungen ist ihm ein Podiumsbesuch bis dato noch nicht. Die Chancen, dass es ausgerechnet beim Jubiläum in Sotschi klappen könnte, stehen denkbar schlecht. Zuletzt in China und Bahrain reichte es im lahmen Force India nur zu Platz 15. Immerhin: Im Vorjahr raste sein Team in Russland aufs Podest. Am Steuer: Teamkollege Sergio Perez. Schattenmann Hülkenberg war da natürlich mal wieder nicht zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort...
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