Frauen in der Formel 1: Alle Rennfahrerinnen

Formel 1: 12-Jährige beeindruckt

Juju Noda will Formel-1-Geschichte schreiben

Unfassbar: Schon mit neun Jahren saß sie erstmals im Formel-4-Renner, mit zwölf testete sie jetzt einen 240 PS starken Formel 3. Dieses Mädel will Geschichte schreiben.
Dieses Mädchen hält einen Formel-4-Rundenrekord – mit nur zwölf Jahren! Inzwischen testet Juju Noda schon 240 PS starke Formel-3-Flitzer, düst mit Tempo 250 die Start-Ziel-Gerade der gefährlichen Okayama-Strecke entlang. Sie ist die Prinzessin des Motorsports in Japan.
Ist das eine Sensation oder nur noch Wahnsinn? Wenn sie bremst, fällt ihr Kopf nach vorn. Kein Wunder: Das zierliche Mädchen wiegt keine 40 Kilogramm, muss aber schon Kräften von 4g, dem Vierfachen ihres Körpergewichts also, standhalten können. „Wenn ich im Auto sitze, merke ich das nicht. Nur am nächsten Tag tun mir ein bisschen die Nackenmuskeln weh“, erzählt sie cool in einem ihrer inzwischen zahlreichen Fernsehauftritte.

Frauen in der Formel 1: Alle Rennfahrerinnen

Mit diesem Lächeln und viel Talent will sie die Formel 1 erobern

Daniel Schlösser (41), Physiotherapeut von Ex-Weltmeister Nico Rosberg (32), warnt: „Mit zwölf Jahren ein Formel-3-Auto zu fahren ist schon sehr früh. Da gibt es große Belastungen für den Nacken, du brauchst auch Kraft im Handgelenk, in den Unterarmen und in den Schultern. Aber Ausnahmen gibt es immer wieder.“ Ein großes Risiko sieht er bei den frühkindlichen Tests nicht. „Gefährlich ist das eher nicht. Sie wird ja nur die Geschwindigkeiten fahren, die sie vom Nacken her stabilisieren kann. Es sind hauptsächlich auch isometrische Belastungen, das heißt, die Gelenke werden nicht bis ans Ende des Bewegungsausmaßes ausgelastet. Sollte der Kopf aber beim Bremsen nach vorn fallen, ist das etwas anderes. Viele Bandscheibenschädigungen entstehen in der Beugung. Das wäre für die Halswirbelsäule also nicht gut. Andererseits greift da das HANS-System (stützt Hals und Nacken; d. Red.) unterstützend ein.“
Ellen Lohr (52), bis heute einzige DTM-Rennsiegerin, findet: „Der Trend, dass alle immer jünger anfangen, ist verrückt. Aber mit so einem motorsportlichen Umfeld kann sie schon in der Lage sein, solche Autos zu bewegen.“
In Japan wird sie längst gefeiert wie ein Star. Ein solcher will sie auch mal sein. Dabei reicht es ihr nicht, als erste Frau seit Giovanna Amati 1992 Formel-1-Fahrerin zu werden. „Ich will Formel-1-Rennen gewinnen – als erstes Mädel überhaupt.

Formel-1-Fahrerfrauen 2018

Dafür besucht sie die Noda Racing Akademie – eine Privatschule, mit Schwerpunkt Motorsport. Geführt wird sie von Papa Hideki Noda (48). Er war selbst in der Formel 1, fuhr 1994 drei Rennen für das marode Larrousse-Team, drehte sich beim Heimrennen in Suzuka in der Startrunde. „Sie hat mehr Talent als ich“, sagt er. „Sie kann das Limit des Rennwagens und der Reifen genau spüren. Das kann ich ihr nicht beibringen, das ist Naturtalent.“
Mit neun Jahren steckte er Juju schon in einen 160 PS starken Formel-4-Flitzer. In der Kategorie hält sie inzwischen einen Rundenrekord in Okayama. Doch Noda soll für den Erfolg seiner Juju auch übers Limit gehen, die Autos tunen. Wenn sie nicht auf der Piste unterwegs ist, übt sie im Simulator. „Ich bin froh, dass ich nicht gegen sie fahren muss – ich würde verlieren“, sagt Ex-McLaren-Star Heikki Kovalainen (36), jetzt in Japan unterwegs. Ihr erstes Rennen darf sie erst 2021 bestreiten, dann ist sie alt genug ...

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Twitter; privat

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