Die Diskussionen waren langwierig: Welche Lehren sollen aus den drei Sprintrennen anno 2021 gezogen werden? Wie oft setzt man das Format 2022 um? Eigentlich waren Insider von sechs Sprint-Qualifyings ausgegangen. Doch nun bleibt es bei drei Wiederholungen des innovativen Formats.
Grund: Bei einer Verdoppelung wollten die Top-Teams die Budgetbegrenzung aufbohren und mehr Geld ausgeben dürften als die bisher erlaubten 140 Millionen Euro. Das war den kleineren Mannschaften wiederum ein Dorn im Auge. Also bleibt es bei drei Sprintrennen. Das legte die Formel-1-Kommission bei ihrem Meeting am 14. Februar fest.
Neu im Programm sind die Sprints bei den Grands Prix in Imola (23.4.) und Spielberg (9.7.). Sao Paulo (12.11.) erlebt eine Wiederholung des Mini-Rennens. Wer mehr bekommt, zahlt auch mehr: Die Formel 1 erhöhte entsprechend das Antrittsgeld der jeweiligen Rennstrecken.
Die Formel 1 fährt auch 2022 wieder drei Sprintrennen.

Gleichzeitig wurden die Sprints (sie heißen jetzt nicht mehr Sprint-Qualifying) aufgewertet. Bisher ernteten nur die ersten drei Piloten WM-Punkte im Verhältnis 3-2-1. Ab 2022 bekommen die acht schnellsten Fahrer Zähler gutgeschrieben. Der Sieger erhält acht Punkte. Dahinter geht es weiter mit 7-6-5-4-3-2-1. Damit wird sichergestellt, dass sich der Kampf um Positionen jenseits des Podiums auch lohn. Die Folge: 2022 so viele WM-Punkte vergeben wie nie zuvor, denn mit 23 Rennen ist auch an der GP-Front ein Rekord angesagt.
Wichtig für Statistikfans: Die Pole Position bekommt wieder der Schnellste des Freitagsqualifyings gutgeschrieben. Damit zählt die vermeintlich schnellste Runde des Wochenendes für die Pole-Statistik.
Doch damit nicht genug. Noch eine weitere Regeländerung wurde abgenickt. Nach dem Regenrennen in Spa 2021, wo nach ein paar Runden hinterm Safetycar der Sieger feststand und halbe Punkte bekam, gilt nun: Zähler gibt es erst nach zwei Runden ohne Führungsfahrzeug. Und auch dann ist die neue Punkte-Verteilung abhängig von der Rennlänge.
Alle Regeländerungen müssen noch vom Motorsport-Weltrat abgenickt werden. Das gilt aber als Formsache.

Von

Bianca Garloff