Formel 1: Affen-Sitz macht Ferrari flott
Vettel lässt (fast) ganz Italien feiern

Nach fast neun Jahren starten wieder zwei Ferrari von ganz vorne. Anteil am Aufschwung der Scuderia in Sotschi hat auch ein Update, das ABMS zeigt.
Bild: Paolo Filisetti / Picture-Alliance
- Frederik Hackbarth
Mit einem Strahlen im Gesicht stellte Sebastian Vettel fest: „Es war an der Zeit, dass da vorne mal eine andere Farbe zu sehen ist!“ Die Mercedes-Dominanz im Qualifying hat der Deutsche mit seiner Pole am Samstag in Sotschi beendet und gemeinsam mit Teamkollege Kimi Räikkönen auch gleich dafür gesorgt, dass es erstmals seit fast neun Jahren eine reine Ferrari-Startreihe eins gibt. Zuletzt war das beim Frankreich GP 2008 der Fall - damals startete Räikkönen vor Felipe Massa. „Für uns ein Riesenerfolg und ein Ziel, auf das wir lange hingearbeitet haben“, so Vettel.

Zwei Ferrari ganz vorne gab es schon lange nicht mehr
„Sie sind sicher der einzige Italiener, der gerade nicht aus dem Häuschen ist. Damit haben Sie gute Chancen auf einen deutschen Pass, normalerweise sind wir diejenigen, die immer etwas zum Nörgeln finden. Wenn es Ihnen in Italien also nicht mehr gefallen sollte, dann sind Sie herzlich willkommen in Deutschland“, lautete Vettels amüsante Antwort.
Die gute Laune des vierfachen Weltmeisters lag auch an der Art und Weise, wie er seine 47. Karriere-Pole in der Formel 1, und die zweite für Ferrari nach Singapur 2015, holte. „Es hat heute richtig Spaß gemacht. Das Auto war super und am Ende war es richtig eng“, so Vettel, der vor den Konkurrenten von Mercedes die Ziellinie überfuhr und dann zittern musste. „Ich habe am Funk die ganze Zeit gefragt, wie es aussieht. Vor allem mit Valtteri (Bottas; d. Red.) wurde es zwar nochmal richtig knapp, aber ich bin sehr glücklich, dass heute der Speed da war, um morgen vor Mercedes loszufahren.“
Ferrari präsentiert sich in Russland schon vom ersten Training an formverbessert. Geholfen hat der Scuderia dabei auch eine neue Spezifikation des Monkey-Seats (zu deutsch: Affen-Sitz) im Heckbereich von Vettels 'Gina'.

Vettel hatte nach der Pole allen Grund zur Freude
Wie schmal der Grat bei der Weiterentwicklung des Autos in diesem Bereich aber wirklich ist, zeigt eine andere Tatsache: Ferraris Verkürzen des Auspuffs führte zuletzt dazu, dass der Turbo zu heiß wird. Deswegen ist die Scuderia nun schon beim dritten Bauteil angelangt - auf Grund des verschärften Reglements für 2017 könnten Vettel und Co. deshalb schon bald Grid-Strafen drohen.
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