Formel 1: Barcelona - Tagebuch
Spanien im Splitter: Sonntag

Die Formel 1 gastiert in Spanien und unsere Reporter schildern auf AUTO BILD MOTORSPORT ihre Eindrücke aus dem Fahrerlager. Alle News jetzt im Überblick:
Bild: Getty Images
- Bianca Garloff
- Ralf Bach
- Frederik Hackbarth
Sonntag
Keine Strecke für Force India: Nico Hülkenberg musste sich in Spanien mit einem mageren WM-Punkt für Platz zehn begnügen und sich zudem Stallkollege Sergio Perez geschlagen geben, der eine Position vor dem Emmericher den Zielstrich erreichte. Hülkenberg nach dem Rennen realistisch: „Mir war schon am Freitag klar, dass für uns hier nicht so viel gehen wird.“ Der Grund: Barcelona gilt als Aerodynamik-Strecke. Die große Stärke Force Indias, der gute Topspeed des Mercedes-Motors, kam in Katalonien somit weniger zum Tragen als noch bei den ersten Saisonrennen. Zudem beklagte Hülkenberg: „Der Reifenverschleiß war bei uns heute teilweise extrem, das Auto daher schwer zu fahren.“ In zwei Wochen in Monaco soll die Welt aber schon wieder aussehen. Hülkenberg: „Ich hoffe, das hier war nur eine negative Ausnahme.“

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Lob von Lauda: Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda war nach dem Spanien GP gleich von einer Reihe an Leuten beeindruckt - in erster Linie natürlich von Sieger Lewis Hamilton. "Nico (Rosberg; d. Red.) war 15 Runden vor Schluss taktisch eigentlich am richtigen Weg zum Sieg", so Lauda. "Aber Lewis ist im Moment einfach nicht zu biegen. Nico muss also noch mehr kämpfen. Fast kam er heute hin", meinte der Österreicher. Lob gab es von ihm auch für Sebastian Vettel. "Das war heute seine Wiederauferstehung." Lauda: "Wäre er vorn gestartet, wäre sicher er statt Ricciardo auf dem Podium gestanden. Zu der Leistung, mit dem Auto von Platz 15 auf P4 vorzufahren, kann man ihm nur gratulieren", lobte der Ex-Weltmeister.
Samstag
Mercedes fast unschlagbar: Nico Hülkenberg ist schwer beeindruckt von Mercedes - allen voran von Lewis Hamilton. Den Briten sieht er aktuell gegenüber Teamkollege Nico Rosberg im Vorteil. „Die letzten Rennen sprechen alle für Lewis – das sieht man ja an den Ergebnissen“, so Hülkenberg. Dass irgendjemand Mercedes auf dem Weg zum Titel noch aufhält, kann er sich schwer vorstellen. „Ihre Überlegenheit ist noch krasser als die von Red Bull in den letzten Jahren. Sie fahren im wahrsten Sinne des Wortes auf einem ganz eigenen Stern.“ Und auch nur Red Bull traut Hülkenberg zu, daran wieder etwas zu ändern. „Es wird aber ganz schwer Mercedes noch einzuholen.“ Das einzig denkbare Szenario für den Deutschen: „Beide Teams haben ähnliche Ressourcen. Vielleicht kommt Mercedes irgendwann in eine Phase, wo es nichts mehr zu finden und zu verbessern gibt. Dann kann man aufholen - das passiert aber frühestens in der zweiten Saisonhälfte.“

Egal ob Freundin Jenny Becks (Bild), der Lambo oder ein bunter Helm: Adrian Sutil kann derzeit nichts helfen
Rosberg angriffslustig: In Barcelona wurde Nico Rosberg vom einem Journalisten gefragt, ob sich die beste Möglichkeit für ihn, seinen derzeit dominanten Teamkollegen Lewis Hamilton zu schlagen, nicht in zwei Wochen bei seinem Heimspiel in den Häuserschluchten von Monte Carlo bieten würde. Immerhin: 2013 stand Wahl-Monegasse Rosberg dort auf Pole, anschließend holte er den Sieg. Die Antwort des Deutschen fiel jedoch angefriffslustig aus: "Dem stimme ich nicht zu. Die beste Gelegenheit ist bereits morgen!"

Bild mit Symbolcharakter: Nimmt Lokalmatador Fernando Alonso bei Ferrari bald seinen Hut?
Formel leise bald Vergangenheit? Bereits am Rande des DTM-Auftakts in Hockenheim hatte Mercedes-Sportchef Toto Wolff es angedeutet, nun bestätigte der Österreicher es beim Spanien GP erneut: Die FIA und die FOM haben Klassenprimus Mercedes gebeten, etwas am zuletzt viel kritisierten Sound der neuen Turbos auszutesten. Geschehen soll dies am Dienstag und Mittwoch beim Test in Barcelona. Wolff: "Es wird sich dabei um ein paralleles Auspuffrohr mit Megafon-Effekt handeln - und nicht um Lautsprecher." Der Mercedes-Boss begeistert: "Auf dem Prüfstand machte das die Motoren schon doppelt so laut!"
Freitag
Red Bull die zweite Kraft: Red Bulls Helmut Marko widerspricht Mercedes-Boss Toto Wolff. Dieser hatte zuletzt Ferrari als zweite Kraft in der F1 und ersten Verfolger seiner Silberpfeile genannt. Umso erfreuter fiel daher Markos Blick auf die Zeitenliste vom Barcelona-Training aus. Der Österreicher zu AUTO BILD MOTORSPORT. "Auch wenn Mercedes noch die Vormachtstellung hat, sind wir näher gekommen." Zwar reiche es noch nicht zur Spitze, "aber unser Longrun war nicht so schlecht und wir haben uns heute wieder deutlich vor Ferrari platziert", so Marko, der sich eine Spitze in Richtung Wolff nicht verkneifen konnte. "Es gibt ja Experten, die sehen das anderes - aber wenn man sich die Zeiten anschaut, kann man sehen, dass wir näher an Mercedes dran sind."
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