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Formel 1: Bottas als Mercedes-Soldat

Wolff: Lieber Bösewicht als Idiot

Rennen eins nach Mercedes' Stallorder gegen Valtteri Bottas in Sotschi: Sportchef Toto Wolff würde alles wieder so machen – und erklärt, warum.
Die Foren waren voll davon: Nach dem Großen Preis von Russland stand Mercedes wegen der Stallregie am Pranger. Fans und vor allem ausländische Tageszeitungen haben das Silberpfeil-Team scharf kritisiert. „Das Bild wird sicherlich um die Welt gehen und keine gute Werbung für Mercedes oder die Formel 1 machen“, schrieb beispielsweise die französische L'Equipe.
Mercedes-Sportchef Toto Wolff steht trotzdem dazu und zeigt damit auch: Er würde es jederzeit wieder tun. Wolff: „Man muss kalkulieren, ob man Sonntagabend aus gutem Grund der Bösewicht sein will oder der Idiot am Ende des Jahres in Abu Dhabi. Ich bin jetzt lieber der Bösewicht.“

Pro Teamorder: Wolff steht hinter seiner Entscheidung

Dabei ist Stallorder legal, nachdem Ferrari in Österreich 2002 und Hockenheim 2010 den Platztausch exerziert hatte - und die Beweisführung nur schwer machbar ist. Allein: Auch in Österreich 2002 pfiffen die Fans Michael Schumacher aus, als Rubens Barrichello ihn auf Befehl des damaligen Teamchefs Jean Todt überholen lassen musste.
Für Wolff ist Todt dennoch ein positives Beispiel: „Jean Todt ist der erfolgreichste Motorsport-Manager in der Geschichte. Ich glaube also, dass er vieles richtig gemacht hat. Wenn ich ihm also in seinem Windschatten folgen kann, werde ich das tun. Ich denke auch, dass er damals den richtigen Call gemacht hat, aber vielleicht mit etwas zu wenig Finesse in der Kommunikation. Aber vielleicht war die Interaktion mit Rubens auch schwieriger als unsere heute mit Valtteri.“
Der Finne kann den Vergleich mit Barrichello übrigens nicht einordnen. „Ich kenne das Rennen gar nicht. Ich weiß, dass die Leute jetzt darüber reden, aber ich weiß nicht genau, was damals passiert ist“, überrascht Bottas die Journalisten am Donnerstag in Suzuka. Für ihn ist ohnehin klar: „Jede Situation und Teamorder ist anders.“

Funkspruch in Runde 25: Bottas muss bremsen

Die Stalloder in Sotschi einfach zu ignorieren, ist Bottas nach eigener Aussage nicht in den Sinn gekommen. „Ich weiß, was ich zu tun habe. Ich bin ein Teamplayer“, sagt er. „Es gab jetzt danach viel Kritik, aber wenn man sich die Fakten anschaut, war es in der WM das bestmögliche Resultat für das Team. Deshalb würde ich es wieder tun.“ Lob kriegt Bottas für diese Einstellung von seinem Boss. „Er ist ein intelligenter Junge. Er versteht die Dynamik im Team und würde an Lewis' Stelle auch erwarten, dass er ihm hilft“, so Wolff.
Kurios: Ausgerechnet Profiteur Hamilton berichtet beim Thema Stallorder von größeren Bedenken als Wolff und Bottas. „Ich bin sehr zwiegespalten. Auch, weil ich weiß, wie unwohl ich mich auf dem Podium gefühlt habe. Ich wusste nicht, wie ich mich verhalten soll. Es hat sich nicht richtig angefühlt, da ganz oben zu stehen“, sagt der Brite. Die sieben Zusatzpunkte in der WM hat er aber trotzdem gerne mitgenommen.

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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