WM-Spitzenreiter Valtteri Bottas präsentiert sich auch bei der Rückkehr der Formel 1 nach Europa weiter in Bestform. Am Freitag erzielt der Mercedes-Pilot in beiden Sessions in Barcelona die Bestzeit, liegt im zweiten Training am Nachmittag mit einer Rundenzeit von 1:17.284 Minuten 0,049 Sekunden vor Silberpfeil-Kollege Lewis Hamilton.
Ferrari muss sich vorerst hinten anstellen: Charles Leclerc liegt drei Zehntel hinter der Bottas-Bestzeit, Sebastian Vettel fehlen weitere 88 Tausendstel auf seinen Teamkollegen.
Alle Ergebnisse im Überblick: Zeiten und Zahlen aus Spanien
Red-Bull-Ass Max Verstappen wird Fünfter, siebeneinhalb Zehntel hinter der Spitze. Red-Bull-Teamchef Christian Horner urteilt: "Mercedes sieht hier wieder sehr wettbewerbsfähig aus. Sie machen vor allem einen tollen Job damit, die Energie in die Reifen zu bekommen. Das war früher eine ihrer Schwächen, diese Saison ist es aber eine ihrer großen Stärken."
In Barcelona sind am Wochenende die drei härtesten Komponenten der Pirelli-Reifen im Einsatz. Wie sehr diese dem Mercedes schmecken, zeigt auch die starke Longrunpace der Silberpfeile. Bottas und Hamilton kommen über die Distanz im Schnitt auf 1:22,5-er respektive 1:22,6-er Zeiten - Vettel und Leclerc reihen sich bei 1:23,1 und 1:23,2 ein. In diesem Bereich bewegt sich auch Verstappen.
Mitverantwortlich für die starke Pace der Silberpfeile: ein umfangreiches Update. Gut zu erkennen: Vordere und hintere Flügel sind neu, dazu die Seitenkästen, Leitbleche, der Unterboden, Rückspiegel und die Kühlung.
Ferrari
Vettel muss sich auch hinter Kollege Leclerc einordnen
Doch nicht alles was bei Silber glänzt, ist auch gleich Gold - zumindest Lewis Hamilton lässt mehrmals Umbauten an seinem Auto vornehmen, beklagt sich am Funk über die Fahrbarkeit: "Ich habe Schwierigkeiten, irgendetwas stimmt nicht", berichtet der Brite noch aus dem Auto. Später konkretisiert er: "Es war okay, aber nicht der beste Tag. Vor allem mit der Balance haben wir noch zu tun, und den richtigen Grip auf den verschiedenen Reifentypen zu finden, war auch kniffelig - aber wir arbeiten dran."
Anders sieht die Sache bei Bottas aus. "Valtteri hat das Auto besser im Griff als Lewis, er wird hier schwer zu schlagen sein", prophezeit Ex-F1-Pilot Anthony Davidson. Bottas selbst freut sich nach dem Freitag: "Das Auto hat sich heute gut angefühlt, ganz anders als noch bei den Wintertests. Vor allem unsere Performance in den Kurven hat sich verbessert, da sind wir also offenbar in die richtige Richtung unterwegs."
Auch Ferrari wollen die Fahrerlager-Experten im Kampf um den Sieg aber noch nicht abschreiben. Ex-Weltmeister Jenson Button urteilt: "Die Session heute war ein bisschen komisch. Der Ferrari liegt eigentlich viel ruhiger, bricht kaum aus - aber die Zeit ist irgendwie nicht da. Mercedes ist mehr am Limit, sowohl Valtteri als auch Lewis hatten so ihre Momente auf der Strecke."
Button schlussfolgert daraus: "Die beiden Top-Teams sind knapper zusammen als es die drei Zehntel heute aussagen. Gut möglich, dass Ferrari heute einfach mehr Sprit drin hatte. Morgen wird es sicher enger zugehen."
Eng geht es bereits am Freitag auch im Mittelfeld zu - Nico Hülkenberg dürfte das allerdings weniger schmecken: der deutsche Renault-Pilot beendet den Tag nur auf der 14. Position.

Von

Frederik Hackbarth