Ein Gewinner als Spielverderber und Buhmann: Erst vermiest Lewis Hamilton mit seinem Sieg Ferrari die Party zur 70-Jahr-Feier. Dann stichelt er auf dem Podium auch noch: "Man hat es heute gesehen: Mercedes-Power ist definitiv besser als Ferrari-Power." Kein Wunder also, dass der Sieger in Monza von den Tifosi ordentlich ausgebuht wird!
Hamilton
Monza-Sieger Hamilton wurde am Podium ausgebuht
Hamilton ist das aber egal: "Die Tifosi sind wie aggressive Fußballfans. Aber das war zu erwarten. Wenn man als Nicht-Ferrari-Fahrer gewinnt, ist man immer der Bösewicht. Man muss bedenken: Wenn Valtteri (Bottas, Hamiltons Teamkollege; d. Red.) und ich nicht gewesen wären, hätte Ferrari gewonnen. Manchmal bin ich also gerne der Bösewicht."
Hamilton, der sich "mit einem großen Eis belohnen" will, räumt auch ein, dass der Sieg in Italien besonders süß schmeckt. "Auf Ferrari-Boden einen Doppelsieg einzufahren, und danach auf der Ehrenrunde Seite an Seite mit Valtteri zu fahren und Solidarität zu zeigen: Darauf bin ich besonders stolz."
Podium
Mit Platz zwei nahm Bottas Vettel drei Punkte weg
Der Finne leistet wichtige Schützenhilfe im WM-Kampf. "Valtteri hat Sebastian heute drei Punkte weggenommen. Das könnte später in der Saison noch eine Schlüsselrolle spielen", sagt Hamilton und fügt in Anspielung auf den späten Platztausch beim Ungarn GP hinzu: "Vor allem, weil ich genau diese drei Punkte in Budapest selbst hergeschenkt habe."
Bottas indes steht unmittelbar vor einer Vertragsverlängerung bei Mercedes. F1-Aufsichtsrat Niki Lauda bestätigt im Anschluss an das Rennen bei RTL: "Ich kann sagen, dass er nächstes Jahr bei uns fahren wird. Toto (Wolff, d. Red.) macht das alles fertig, dann muss der Aufsichtsrat noch zustimmen“. Hocherfreut ist der Österreicher nicht nur über die Leistung seiner Fahrer auf der Strecke, sondern auch über die des Autos: "Wir sind regelrecht geflogen, waren klar das schnellste Team von allen!"
Mercedes
Der Mercedes-Doppelsieg war stets ungefährdet
Aber: Der Kurs in Singapur, wo das nächste Rennen stattfindet, gilt nicht als Mercedes-Strecke. Teamchef Toto Wolff: "Vom Papier her ist sie nicht das, was unsere Lady mag."
Von voreiligen Prognosen hält Wolff aber nichts: "Es geht immer auf und ab. Es gibt Strecken, wo wir Probleme haben und welche, wo Ferrari Probleme hat. Mit dieser neuen Auto-Generation geht es darum, jede Lektion zu lernen und zu verstehen. So wie ihnen heute Antworten gefehlt haben, haben uns auf anderen Strecken auch schon welche gefehlt."