Formel 1: Câmara, Fittipaldi, Piquet
Die Suche nach dem neuen Senna

2018 ist die erste Formel-1-Saison seit 1969 ohne brasilianischen Fahrer. Doch das könnte sich in Zukunft ändern. Gleich mehrere Kandidaten bringen sich in Stellung.
- Michael Zeitler
Als Emerson Fittipaldi 1970 in die Formel 1 kam, war er noch ein Exot. Bis dato versuchten sich nur drei Brasilianer in der Formel 1: Chico Landi, Fritz d’Orey und Gino Bianco brachten es zusammen aber gerade mal auf 13 WM-Rennen. Was damals keiner ahnte: Fittipaldi wurde sogar zwei Mal Weltmeister und bis 2017 hatte Brasilien fortan immer mindestens einen Fahrer am Start (30 insgesamt) – darunter drei Weltmeister und sechs Rennsieger.
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Doch seit dem Rücktritt von Felipe Massa Ende 2017 ist Brasilien ohne Formel-1-Pilot. Aber wie lange noch? In den Nachwuchsserien bringen sich gerade einige Piloten in Stellung.

Camara wurde ins McLaren-Juniorförderprogramm aufgenommen
Enzo Fittipaldi ist der Enkel von Emerson Fittipaldi – und auch richtig schnell. Vor einer Woche sicherte er sich den Titel in der italienischen Formel-4-Meisterschaft. Längst ist er ins Ferrari-Juniorprogramm aufgenommen worden – neben einem anderen Brasilianer: Gianluca Petecof, 2018 Vierter in der italienischen Formel 4. Auch Enzos Bruder Pietro Fittipaldi fährt Rennen, hat aber kaum Chancen auf die Formel 1. Deshalb ist er inzwischen in der Sportwagen-WM und in der IndyCar unterwegs.
Mit Pedro Piquet versucht sich der Sprössling eines weiteren Ex-Weltmeisters aus Brasilien in die Formel 1 hochzuarbeiten. Aber in der GP3 stößt der 20-Jährige derzeit an seine Grenzen, ist aktuell Gesamt-Sechster.
Erwähnenswert ist auch noch Felipe Drugovich. Er gewann 14 von 16 Rennen (!) in der Euroformula Open, wo Formel-3-Chassis zum Einsatz kommen. 2019 will er sein Talent auch in der Formel 3 International unter Beweis stellen.
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