Formel 1: Neue F1-Autos 2019 – Ferrari, Red Bull, Mercedes und Co.

Formel 1: Der neue Silberpfeil

Hamiltons Neuer hat 'ne schmale Nase

Mercedes präsentiert den neuen Mercedes W10. Er ist wieder ein Silberpfeil. Und er sieht schon wieder richtig schnell aus. Ins Auge sticht sofort die schmale Nase.
Ist dies das Formel-1-Auto, das Rekorde brechen wird? Etwa den sechsten Double-Titel in Folge? Mercedes hat den W10 veröffentlicht, Valtteri Bottas drehte sogar einen ersten 100-Kilometer-Funktionstest in Silverstone. Der Mercedes ist wieder Silber. Klingt auf den ersten Blick nach einer Selbstverständlichkeit, aber zuletzt hatte das Weltmeisterteam durch verschiedene Teaser in den sozialen Medien den Verdacht geschürt, man würde von der silbernen Farbe abrücken. Das Silber wirkt etwas heller. Coole Idee: Auf der Motorabdeckung sind viele kleine Mercedes-Sterne zu sehen.
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Wichtiger aber ist die Technik. Und da wirkt der neue Silberpfeil schon wieder ausgefeilter als die Konkurrenz (alle Technikkniffe in unserer Bildergalerie). Ins Auge sticht sofort die extrem schmale Nase. Die ist schon seit Jahren das Markenzeichen der Silberpfeile, 2019 aber besonders wichtig. Die Nase beginnt oben erst breiter, fällt dann aber noch vor der Vorderradaufhängung schmal ab. Damit versucht Mercedes möglichst viel Luft unter das Auto zu leiten – was dieses Jahr durch die per Reglement breiteren Frontflügel extrem schwierig ist.
Die Barge Boards sind zwar niedriger, aber weiterhin verschachtelt. Im Bereich vor den Seitenkästen weist der W10 extrem viele und verschnörkelte Zusatzflügelchen auf. Die Bügelflügel um die Seitenkästen erinnern in ihrer eckigen Form an den Ferrari. Auffällig auch: ein horizontaler T-Flügel am Ende der Heckfinne. Dazu sind die geschwungenen Endplatten des Heckflügels extrem weit nach hinten gezogen. Am unteren Ende der Heckflügelaußenplatte wächst ebenfalls ein Winglet nach innen. Der Heckflügel steht auf zwei Stelzen. Der Kopfschutz Halo ist aerodynamischer gestaltet, hat kleine Schlitze, ebenso wie der hintere Bereich des Unterbodens. Auch dort nimmt Mercedes Anleihen bei Ferrari. Die Löcher in der Felge sind geblieben. 

So sieht der neue Mercedes aus

Entscheidend dürfte aber auch 2019 der Motor werden: "Wir haben einige Veränderungen an der Kühlung der Power Unit vorgenommen, die sich hoffentlich positiv auf die Aerodynamik des Autos auswirken und gleichzeitig einen Effizienzvorteil für die Power Unit bieten. Damit wäre es sowohl für das Chassis als auch die Power Unit ein Gewinn", sagt Mercedes-Motorchef Andy Cowell. Die Kühleinlässe wirken entsprechend voluminös. Trotzdem ist die Power Unit kompakter, die Seitenkästen sind stärker eingezogen als bei den bisher präsentierten Konkurrenzmodellen, das Heck superschmal und -flach.
Dazu kommt: Der Motor soll aus neuen Materialien bestehen, die härter aber gleichzeitig leichter sind. Wahrscheinlich ist, dass Mercedes damit die 1000-PS-Marke knackt. Cowell weiter: „Wir haben Fortschritte bei der Verbrennungseffizienz sowie dem ERS-System erzielt, sodass die Verbindung zwischen dem Turbolader und der MGU-H, dem Wechselrichter, den Zellen und der MGU-K nun als Ganzes viel effizienter arbeitet und dabei hilft, die Energie während des Rennens besser abzugeben.“
Das sagen Motor- und Technikchef
Mercedes-Technikchef James Allison hat vor den neuen Aerodynamik-Regeländerungen Respekt: „Eins ist aber sicher: Solche Regeländerungen stecken immer voller Spannung. Man verspürt dieses besorgniserregende Gefühl, dass man vielleicht nicht genug getan hat. Gleichzeitig sorgt es aber für einen einzigartigen Kick und die Vorfreude darauf, die Wahrheit herauszufinden."
Obwohl das Mindestgewicht für 2019 um zehn Kilo angehoben wurde, hat der Silberpfeil weiter abgespeckt. Allison: "Wir haben uns Komponenten angesehen, von denen wir dachten, dass wir sie im letzten Jahr schon bis auf die Knochen abgespeckt hätten. Nun haben wir sie Stück für Stück einer weiteren aggressiven Analyse unterzogen, um noch mehr Gewicht einzusparen. Bei einigen Teilen ist uns gefühlt ein riesiger Sprung mit einem halben Kilo Gewichtsersparnis gelungen, bei anderen waren es nur ein paar Gramm. Aber alles in allem summieren sich diese Erfolge zu einer Handvoll Kilogramm auf, die wir in die Aerodynamik, die Aufhängung und die Power Unit stecken konnten, um mehr Performance zu gewinnen."
Trotz erheblicher Veränderungen in vielen Fahrzeugbereichen blieben beim W10 auch einige Charakteristiken seines Vorgängers erhalten. So sind die generelle Bauweise und der Radstand unverändert.
"Ein genauer Blick verrät, dass wir die Umsetzung dieses Konzepts weiter verfeinert haben", sagt der Brite. "Die Teile sind alle noch enger und schlanker gestaltet. Jede dieser Änderungen erlaubt es uns, die aerodynamische Performance noch weiter zu verbessern, als es uns unter den physikalischen Einschränkungen des 2018er-Designs möglich gewesen wäre."
Das Ziel von Mercedes ist klar. Schlusswort von Mercedes-Sportchef Toto Wolff: „Die Saison 2019 stellt uns alle vor neue Herausforderungen. Wir beginnen bei null und müssen uns erneut beweisen - im Vergleich mit unseren eigenen Erwartungen, aber auch gegen unsere Konkurrenz. Wir gehen mit null Punkten in die Saison. Deshalb dürfen wir nichts als selbstverständlich ansehen und es gibt absolut keinen Grund dafür, automatisch anzunehmen, dass wir erneut vorne liegen werden. Tatsächlich hat durch die Regeländerungen für die neue Saison jedes Team eine Chance auf den Titel und wir sehen jeden als einen möglichen Konkurrenten an."

Formel 1: Neue F1-Autos 2019 – Ferrari, Red Bull, Mercedes und Co.

Autoren: Michael Zeitler, Bianca Garloff

Fotos: Hersteller; Twitter/Mercedes

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