Es sind die fünf erfolgreichsten Formel-1-Fahrer aller Zeiten: Nur Michael Schumacher (7), Juan-Manuel Fangio (5), Alain Prost, Sebastian Vettel und seit 2017 auch Lewis Hamilton (je 4) haben mindestens vier WM-Titel geholt.
Der erste war Fangio. Der Argentinier arbeitete sich von ganz unten nach ganz oben. Er musste seine Heimat Argentinien verlassen, um überhaupt die Chance auf eine große Karriere zu haben. Und er fuhr in einer Zeit, in der das Risiko am größten war. Sechs Fahrer verunglückten damals allein bei F1-Läufen. Das ist mental eine extreme Belastung.
Fangios Statistik ist beeindruckend. Nicht in der totalen Anzahl an Siegen (24), denn zu seiner Zeit wurden nicht einmal zehn Formel-1-Rennen zur WM gezählt. Aber seine Siegquote von 47 Prozent schafft kein anderer Weltmeister auch nur ansatzweise: Hamilton kommt auf 29,81%, Schumacher 29,64%, Prost auf 25,63% und Vettel auf 23,74%. Beeindruckend auch das Alter von Fangio: Bei seinem letzten Titelgewinn 1957 war er bereits 46 Jahre alt.
Weltmeister
2010 trafen sich diverse Formel-1-Weltmeister zum Gruppenfoto
Allerdings: Das Fahrerfeld der 50er Jahre hatte zwar einige Ausnahmekönner, war in Summe aber nicht so hochklassig besetzt wie in späteren Jahren. Amateure und Gentleman-Fahrer gehörten zum festen Bestandteil der Formel 1 – ebenso wie viele Piloten, die schon das Alter von 50 Jahren überschritten hatten. Denn viele Rennfahrer waren schon vor dem zweiten Weltkrieg GP-Piloten. Die ersten Fahrer nach dem Krieg eroberten erst Ende der 50er Jahre, Anfang der 60er die Königsklasse: Jack Brabham, Jim Clark, Jochen Rindt. Und: Fangio fuhr immer für das Team, das gerade überlegen war: Alfa Romeo, Mercedes, Maserati, Ferrari. Allerdings musste er dort anders als heute nicht nur einen Teamkollegen schlagen, sondern gleich mehrere.

Prost um ein Haar mit acht WM-Titeln

Erst Schumacher konnte 44 Jahre danach Fangios Rekord schlagen und auf sieben Titel ausbauen. Auch in vielen anderen Kategorie wie Siegen, Punkten und Podestplätzen führt der Kerpener überlegen die Tabelle an. Doch um ein Haar hätte ein anderer sogar acht Titel geholt – einen mehr als Schumacher: Alain Prost. Vier Mal wurde der Franzose Weltmeister, vier Mal Vizemeister. 1984 verlor er den Titel um einen halben Punkt an Stallgefährte Niki Lauda und sagte anschließend: „Ich bin überhaupt nicht traurig, hatte eine Supersaison mit sieben Siegen – das vierte Jahr hintereinander habe ich mehr Rennen gewonnen als der Weltmeister. Der Titel ist doch nur für die Statistik.“ 1981 3:3 Siege im Vergleich zu Nelson Piquet, 1982 2:1 Siege gegen Keke Rosberg, 1983 4:3 gegen Piquet, 1984 7:5 gegen Lauda.

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Formel 1 Weltmeister
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Alle Formel-1-Weltmeister: Von Farina bis Hamilton 1950-2020
Was die Zahlen noch einmal verblüffender macht: Prost hatte fast immer extrem starke Teamkollegen. Er fuhr gegen drei Fahrer im selben Team, die schon Weltmeister waren: Niki Lauda, Keke Rosberg, Ayrton Senna. Und gegen zwei Fahrer, die noch Champion wurden: Nigel Mansell und Damon Hill.
Der Ruf von Prost wurde zerstört von Ayrton Senna. Viele halten den dreimaligen Weltmeister für den besten F1-Piloten aller Zeiten. Das Duell gegen Prost entschied oft Senna für sich. Prost: „Mit Senna ist die Weltmeisterschaft zu einem Krieg geworden. Für einen WM-Titel riskiert Senna sein Leben. Ich nicht – so wichtig ist mir die WM nicht.“ Und: „Irgendwie ist die Freude an den Siegen verflogen. Der Druck dafür ist fürchterlich. Wir sind zu Siegmaschinen geworden – kein Platz mehr für Spaß und Vergnügen.“
Sebastian Vettel und Lewis Hamilton brauchen sich vor Fangio, Schumacher und Prost nicht verstecken. Denn sie fahren in einer Zeit, in der das Fahrerfeld ein extrem hohes Niveau hat. Bezahlfahrer hin oder her, das Feld besteht ihrer Zeit zum Teil aus sechs Weltmeistern (Schumacher, Alonso, Räikkönen, Hamilton, Button, Vettel) – das ist absoluter Rekord. Es ist auch das erste Mal in der GP-Geschichte, dass mit Vettel und Hamilton zwei Vierfach-Champions gegeneinander fahren. 2018 geht es um Titel Nummer fünf.
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