Max Verstappen hat Sebastian Vettel am Sonntag in Abu Dhabi als letzten Red-Bull-Weltmeister abgelöst - zumindest vorläufig, denn Mercedes hat nach dem kontroversen Restart in der letzten Runde Berufung angekündigt.
Vettel kann den Frust der Stuttgarter zumindest mit Blick auf die Abweichung vom üblichen Prozedere nachvollziehen: „Es war komisch. Normal ist es immer erlaubt. Es macht auch keinen Sinn, dass wir dann in der Reihenfolge bleiben“, erklärt Vettel in Bezug auf die zunächst erfolgte Ansage von Renndirektor Michael Masi, dass sich die Überrundeten nicht zurückrunden dürfen, die der Australier wenig später wieder einkassierte.
Vettel wurde in der Situation sogar selbst am Teamradio aktiv: „Man hätte das (Zurückrunden; d. Red.) schon viel früher machen sollen. Ich hatte den Vorschlag gemacht am Funk, schon direkt in der ersten Runde hinter dem SafetyCar, weil mir klar war, dass das Hauptaugenmerk natürlich auf dem WM-Kampf liegt.“
Vettel kriegt den Award für die meisten Überholmanöver
Vom dann folgenden Drama in der Schlussrunde hat Vettel selbst „nicht so viel mitbekommen“, wie der Heppenheimer verrät: „Ich habe nur gesehen, dass in der letzten Runde die Holländer hochspringen. Dann wusste ich, dass Max überholt hat. Lewis hatte mit den Reifen am Ende nicht viel Chancen“, ordnet der vierfache Weltmeister ein.
Und weiter: „Beide hätten den Titel verdient, deswegen gratuliere ich auch beiden, nach dieser Saison und diesem Rennen - auch wenn es am Ende mit dem Safety-Car heute glaube ich ein bisschen eine Lotterie war“, sagt der Aston-Martin-Star.
Vettels eigenes Rennen endet fernab vom Titelkampf auf der elften Position. „Wie gesagt, es war ein bisschen schade, die Autos nicht früher fahren zu lassen, so dass wir ein Rennen haben können. Dadurch war es zumindest für uns da hinten ein langweiliges Ende und etwas doof. Es wäre schön gewesen, sonst vielleicht wenigstens noch einen Punkt mitzunehmen“, so Vettel.

Vettel gewinnt Überhol-Award

Insgesamt ist der Deutsche trotzdem zufrieden mit dem letzten Auftritt der Saison: „Es lief ganz gut, das Auto war in Ordnung und im Rennen wie so oft dieses Jahr besser als im Qualifying. Die Startrunde war aber bisschen chaotisch, da konnte ich nicht wirklich was gutmachen, sondern hatte alle Hände voll zu tun, um den Platz zu verteidigen.“
Danach bleibt Vettel hinter dem Alfa Romeo von Antonio Giovinazzi hängen: „Als wir freie Fahrt hatten, war die Pace gut, aber die Lücke nach vorne leider schon viel zu groß, deswegen konnten wir nicht mehr viel machen.“
Etwas Positives gibt es für Vettel am Sonntag trotzdem noch, der Aston-Martin-Pilot staubt den Titel für den Fahrer mit den meisten Überholmanövern der Saison ab: „Das liegt natürlich auch daran, dass wir zu oft zu weit hinten gestartet sind. Dann haben wir Boden gut gemacht und das hat auch Spaß gemacht, was das Racing betrifft - aber halt nicht so sehr in Bezug auf die reinen Resultate.“
Schumi Jr. beendet die Saison mit einem positiven Signal
Auch für Vettel-Kumpel und Landsmann Mick Schumacher endet sein erstes Jahr in der Formel 1 versöhnlich, in Abu Dhabi wird der Haas-Pilot 14.: „Wir haben eine andere Strategie als der Großteil vom Rest des Feldes gewählt und ich denke, das hat für uns ganz gut funktioniert. Wir haben den harten Reifen zum Arbeiten gebracht und konnten mit Latifi kämpfen, insgesamt können wir also ganz glücklich damit sein, was wir heute geschafft haben“, kommentiert Schumacher.
Ein großes Lob bekommt er zum Saisonabschluss von Teamchef Günther Steiner: „Für uns war es das beste Rennen dieses Jahr. Mick hat einen fantastischen Job gemacht, er hat das ganze Rennen lang gekämpft“, sagt der Österreicher und fügt an: „Wir wissen, dass unser Auto ist, was es ist – aber Autos, die uns das ganze Jahr über geschlagen haben, lagen heute hinter uns. Es ist sehr gut, auf diese Weise in den Winter zu gehen.“

Von

Frederik Hackbarth