Formel 1: Diskussion um gelbe Flaggen
Beschwerden sind Teamsache

Die gelben Flagge im Budapest-Qualifying sind weiter ein Thema für die Fahrer: Warum Hamilton Rosberg anschwärzte, kann Vettel aber nicht verstehen.
Bild: Picture-Alliance
- Ralf Bach
- Bianca Garloff
Die Diskussionen um das Verhalten bei doppelt gelb geschwenkter Flagge gingen auch in Hockenheim weiter. Im Kreuzfeuer der Kritik steht dabei derzeit aber nicht nur Nico Rosberg, der seine Geschwindigkeit im Qualifying trotz Doppelgelb nicht dramatisch reduziert hatte. Auch das Verhalten von Lewis Hamilton ist weiterhin fragwürdig.

Rosberg holte in Ungarn eine diskutable Pole-Position
Die FIA bestätigte gegenüber SPORT BILD, dass „neue Beweise“ eine Untersuchung verlangten. Die kamen allerdings nicht von einem gegnerischen Team, wie zunächst vermutet wurde. Hamilton mimte anschließend das Unschuldslamm. Er sagt: „Ich will keinen Krieg.“ Auch Mercedes dementiert, dass Hamilton die Ermittlung ausgelöst habe.
Trotzdem wirkte die Chefetage nicht amüsiert. Technikchef Paddy Lowe rannte mit einem Gesicht wie drei Tage Regenwetter durchs Fahrerlager von Budapest. Der Grund: Allein, dass der Weltmeister den Fall überhaupt zum Thema machte, muss schon als Affront gewertet werden. Denn Hamilton petzte nicht nur beim Rennleiter, sondern auch bei den Medien. Rosberg sauer: „Ich verstehe nicht, warum er so was tut.“

Bei gelber Flagge müssen die Fahrer vom Gas gehen
Red Bull-Star Daniel Ricciardo schlug in dieselbe Kerbe: „Meiner Meinung nach sollte man zum Team gehen. Ich jedenfalls habe meine Meinung klar gegenüber dem Team geäußert und den Fall in ihren Händen gelassen.“
Heißt auch: Es war eher ungewöhnlich, dass Hamilton sich persönlich an Charlie Whiting wandte und nicht an sein Team.
Über die Regelauslegung bei Doppelgelb wollen die Stars dennoch diskutieren. Vettel: „Grundsätzlich heißt es, dass man bei gelben Flaggen zwei Zehntel liegen lassen sollte, bei Doppelgelb fünf Zehntel. Aber das findest du nirgendwo im Regelwerk. Es wird also uns Fahrern überlassen, wie genau wir reagieren. Und wahrscheinlich hätten wir an Nicos Stelle ähnlich reagiert.“ Vettel weiter: „Bevor es mehrere Zeitschleifen innerhalb eines Sektors gab, war klar, dass wir unter gelb unsere Zeit nicht verbessern dürfen. Morgen sollten wir im Fahrerbriefing deshalb darüber diskutieren, wie wir die Regel klarer gestalten können.“
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