Bislang war Sebastian Vettel der Buh-Mann. In der Diskussion um Vettels Kollision mit Max Verstappen, stellt sich nun aber ausgerechnet Mercedes-Sportchef Toto Wolff auf die Seite des Ferrari-Stars. „Max hat die Tür offen gelassen, Sebastian musste da reinstechen“, sagt der Österreicher. „Für mich war das ein typischer Rennunfall.“
Wolff
Toto Wolff kann Vettels Manöver nachvollziehen
Auch Mika Häkkinen, der in Suzuka seinen Weltmeister-McLaren aus 1998 um den Kurs chauffierte, nimmt Vettel in Schutz. „Sebastian musste es versuchen. Die Mercedes waren so viel stärker. Wenn er noch eine Chance haben wollte, musste er schnell an Max vorbei. In seiner Situation ist Risiko gefragt. Das hat sich halt nicht ausgezahlt.“ Auch Ex-Ferrari-Star Gerhard Berger argumentiert so. Berger kurz und bündig: „Er hat’s probiert und es ging schief. So etwas ist Teil des Spiels in der Formel 1.“
Doch es gibt auch die Kontra-Fraktion. Zu der gehört Jacques Villeneuve: „Seb war viel zu ungeduldig. Verstappen hatte fünf Strafsekunden und früher oder später wäre er sowieso an ihm vorbei gewesen. Das muss er ruhiger angehen.“ Red Bull-Motorsportchef Helmut Marko drückt sich vorsichtiger aus: „Da war Seb etwas zu optimistisch. Die Kurve ist viel zu schnell zum Überholen.“
Immerhin: Die Rennkommissare sahen es als normalen Rennunfall. Weder Verstappen noch Vettel bekamen eine Strafe.