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Formel 1: Domenicali in Todt-Laudatio

So hat Todt Schumi zum Champ gemacht

Auf der Race Night wurde Jean Todt für sein Lebenswerk geehrt. Die Laudatio hat Stefano Domenicali gehalten. Die Rede des Italieners zum Nachlesen.
Lamborghini-Präsident Stefano Domenicali hielt die Laudatio auf Jean Todt bei dessen Ehrung fürs Lebenswerk auf der Race Night von AUTO BILD MOTORSPORT. Dabei erklärte der ehemalige Ferrari-Teammanager und spätere Teamchef, wie Todt Michael Schumacher zum Rekordweltmeister machte
VON STEFANO DOMENICALI
Es ist eine Ehre für mich, eine Laudatio für Jean Todt zu halten. Nicht nur weil er für mich persönlich Ferrari am meisten repräsentiert hat. Ich ging 1991 zu Ferrari, zwei Jahre später kam Jean Todt. Und er war direkt mein Boss. Ich habe mit ihm zu dieser Zeit mehr Zeit mit ihm verbracht als mit meiner Familie. Wenn man Stunden über Stunden gemeinsam im Büro verbringt, dann kommt man sich sehr nahe. Daher weiß ich: Seine ganzen Erfolgszahlen, Titel oder Auszeichnungen sind nicht einfach vom Himmel gefallen oder waren reines Glück!

Todt und Domenicali hatten eine erfolgreiche Ferrari-Zeit

Nein, sie sind das Ergebnis seines vollen Einsatzes. Er lebte uns allen vor, dass Leidenschaft, Enthusiasmus und extremer Wille der Weg sind, dem wir folgen müssen. Was er noch gelehrt hat: Das man niemals aufgeben darf, immer hart weiterarbeiten und zu jeder Zeit sicherstellen muss, dass jeder auf dem richtigen Platz sitzt und weiß, was er zu tun hat. Kurzgefasst: Jean Todts Herangehensweise und sein Führungsstil waren der Schlüssel für den Erfolg von Ferrari.
Dieser Mann hat sich völlig seiner Aufgabe gewidmet und immer Vollgas gegeben – von den frühen Morgenstunden bis tief in die Nacht. Er hat dafür gesorgt, dass alle im Teammotiviert waren und in eine Richtung arbeiteten. Es war nie Zeit zum Entspannen, egal ob wir gewonnen oder verloren haben. So haben wir einen sehr hohen Standard erreicht. Die Ergebnisse sprechen für sich. 
Jean Todt hat auch die Fähigkeit gehabt, die richtigen Leute ins Team zu holen und daraus die beste Mannschaft zu formen. Sein Credo: Du kannst nur als Team gewinnen, niemals alleine.
Als er zu Ferrari kam, hatten wir eine schwierige Zeit. Skepsis herrschte, Unruhe, und es wurde viel hin und her gewechselt. Jean hat erst einmal Ruhe ins Team gebracht und sich auf die Dinge fokussiert, die zu verbessern sind.

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Er hat einen klaren Blick für die Situation gehabt und die Fähigkeit, die Probleme direkt anzugreifen. Seine Menschenkenntnis ist einzigartig. Wenn er dich zum ersten Mal sieht, hat er dich sofort durchschaut und weiß, wer du bist und wie du tickst. Misstrauisch ist er, am Anfang, mit einer dicken Mauer um sich herum. Aber wenn du die Mauer überwinden konntest und er schließlich von dir überzeugt war, hat das den Unterschied gemacht.
Ein anderer Punkt, den ich erwähnen will: Es war wichtig für ihn, den Fahrern zuzuhören und sie zu verstehen. Er hattet ein unglaubliches Verständnis dafür, was sie wirklich brauchen, um das maximale Level zu erreichen. Das war auch die besondere Beziehung, die zwischen ihm und Michael bestand. So hat er aus Michael einen Rekordweltmeister gemacht. Ich bin sehr glücklich, dass ich das alles von ihm lernen durfte.

Fotos: Picture-Alliance

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