Formel-1-Doppelinterview
Vettel: " Die Formel 1 ist Bernie"

Weltexklusiv haben sich Bernie Ecclestone und Sebastian Vettel für AUTO BILD MOTORSPORT und SPORT BILD zum Doppelinterview getroffen: Brisantes über ihre Freundschaft, Vergangenheit und Zukunft.
Bild: Oliver Reck
AUTO BILD MOTORSPORT: Herr Ecclestone, wann haben Sie das erste Mal von Sebastian Vettel gehört? Bernie Ecclestone: "Wer? Ich habe noch nie von ihm gehört! (großes Gelächter) Im Ernst: Es war in der Türkei 2006. 'Vettel? Wer ist der denn?', dachte ich damals. 'Wieso steht denn schon wieder ein Deutscher ganz oben auf der Zeitenliste?'"
Können Sie sich erinnern, wann Sie sich das erste Mal die Hand gegeben haben?
Ecclestone: "Ich habe ihm noch nie was gegeben, auch nicht die Hand (lacht erneut)."
Vettel: "Das erste Mal gesehen habe ich Mr. Ecclestone, als ich im selben Jahr in Imola als Zuschauer dabei war. Wirklich begrüßt haben wir uns dann erst in der Türkei."
Und wie war das damals für Sie?
Vettel: "Naja, da stand plötzlich Mr. Formel 1 vor mir, der Big Boss, die Legende. Formel 1 ist Bernie und Bernie ist Formel 1."
Ecclestone: "Am Anfang wusste ich ja noch nicht genau, was aus Sebastian wird. Ich musste an Kimi Räikkönens erste F1-Fahrten denken. Der kam genauso aus dem Nichts und hatte die Superlizenz nur auf Bewährung. Kimi, Sebastian und Lewis stellten für viele Leute ein Risiko dar, weil sie so jung waren."
Können Sie sich erinnern, wann Sie sich das erste Mal die Hand gegeben haben?
Ecclestone: "Ich habe ihm noch nie was gegeben, auch nicht die Hand (lacht erneut)."
Vettel: "Das erste Mal gesehen habe ich Mr. Ecclestone, als ich im selben Jahr in Imola als Zuschauer dabei war. Wirklich begrüßt haben wir uns dann erst in der Türkei."
Und wie war das damals für Sie?
Vettel: "Naja, da stand plötzlich Mr. Formel 1 vor mir, der Big Boss, die Legende. Formel 1 ist Bernie und Bernie ist Formel 1."
Ecclestone: "Am Anfang wusste ich ja noch nicht genau, was aus Sebastian wird. Ich musste an Kimi Räikkönens erste F1-Fahrten denken. Der kam genauso aus dem Nichts und hatte die Superlizenz nur auf Bewährung. Kimi, Sebastian und Lewis stellten für viele Leute ein Risiko dar, weil sie so jung waren."
"Seb wird keinen finden, der so schnell ist wie er"

Bild: Oliver Reck
Ecclestone: "War das Silverstone? Und überhaupt: Warum erzählen Sie hier diese Lügen? (lacht)"
Aber die Geschichte haben Sie uns doch mal erzählt...
Ecclestone: "Ihr dürft mir halt nicht alles glauben! Eine gute Geschichte muss ja nicht immer eine wahre sein!"
Herr Vettel, wen würden Sie denn in Ihr Auto setzen?
Vettel: "Puh, keine Ahnung!"
Ecclestone: "Seb wird keinen finden, der so schnell ist wie er."
Herr Ecclestone, hat Sebastian die richtige Entscheidung getroffen sich für weitere zwei Jahre bei Red Bull zu verpflichten?
Ecclestone: "Ja. Das Team ist sehr gut. Sebastian ist glücklich dort und das Team unterstützt ihn bei allem, was er tut."
Vettel: "Ich glaube nicht an Glück und Pech"

Bild: Oliver Reck
Ecclestone: "Nein, wozu? Es gibt doch keinen Grund, sein Geld mit jemand anders zu teilen! Das muss er sowieso, wenn er irgendwann heiratet. Aber im Ernst: Wir haben ein super Verhältnis. Wenn Sebastian Fragen hat, helfe ich, wo ich kann."
Sehen Sie in Vettel den künftigen Weltmeister?
Ecclestone: "Ja, das habe ich ziemlich schnell erkannt. Es wundert mich nur, warum er dazu so lange braucht! Ich sage ja: Hätten sie mein Medaillensystem genommen, wären Sebastians Chancen dieses Jahr noch größer."
Vettel: "…ich muss schon noch ein paar Punkte gutmachen."
Herr Ecclestone, wenn Sie noch einmal 22 sein könnten, was würden Sie als Erstes machen?
Ecclestone: "Ich würde versuchen eine 18-jährige Freundin zu finden! (lacht)"
Vettel: "Wieso 18?"
Ecclestone: "Warum nicht? In meinem Alter darf ich doch mal träumen. Mein Rat an Sebastian: Er sollte alles machen, was ihm Spaß macht. Gerade, weil er im Moment ein bisschen Pech hat."
Vettel: "Ich glaube nicht an Glück und Pech. Man muss immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein."
Ecclestone: "Aber manchmal fallen die Würfel in deine Richtung, manchmal nicht. Beispiel Felipe Massa im vergangenen Jahr: Mit ein bisschen Glück wäre er Weltmeister geworden, nicht Lewis Hamilton."
"Geld motiviert Sebastian nicht"
Glauben Sie, dass die jungen Fahrer heute zu viel Geld verdienen?
Ecclestone: "Nein, sie nehmen nur das, was man ihnen anbietet."
Vettel: "Ich fahre nicht wegen des Geldes. Ich bin erst 22 und es ist für mich immer noch ein Traum, diese Autos fahren zu dürfen. Das ist mein Antrieb. Aber, wie Bernie sagt: Wenn ich dafür auch noch Geld kriege, wäre ich ja blöd, es nicht zu nehmen!"
Ecclestone: "Ich bin sicher: Wenn Sebastian jemand erzählen würde, dass Red Bull plötzlich pleite wäre, würde er deshalb nicht langsamer fahren. Es ist nicht das Geld, das Sebastian motiviert."
Waren Sie mit 22 auch schon Millionär, Herr Ecclestone?
Ecclestone: "Ich erinnere mich nicht. Zu lange her. Ich erinnere mich nur noch an das, was gestern war."
Wie sind Sie beide zum Motorsport gekommen?
Ecclestone: "Ich hab mit Motorradrennen angefangen, als ich 15 war."
Vettel: "Ich fing mit dem Kartfahren an. Am Anfang war die Herausforderung, immer besser zu werden. Und irgendwann ist das Ziel die Formel 1, weil dort die besten Fahrer der Welt mit den besten Autos gegeneinander fahren. Diesen Traum habe ich mir verwirklicht. Und jetzt will ich der Beste werden. Als ich Kart gefahren bin, habe ich nie daran gedacht, wo ich in fünf Jahren sein werde. Aber ich kann mich erinnern: Noch zu Formel-BMW-Zeiten war die Formel 1 so weit weg. Michael Schumacher und die anderen waren Helden für mich. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich irgendwann einmal selbst in einem der besten Formel-1-Autos sitzen würde. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Bernie mit 15 wusste, dass Motorsport von da an das Zentrum seines Lebens sein würde."
Ecclestone: "Nein, sie nehmen nur das, was man ihnen anbietet."
Vettel: "Ich fahre nicht wegen des Geldes. Ich bin erst 22 und es ist für mich immer noch ein Traum, diese Autos fahren zu dürfen. Das ist mein Antrieb. Aber, wie Bernie sagt: Wenn ich dafür auch noch Geld kriege, wäre ich ja blöd, es nicht zu nehmen!"
Ecclestone: "Ich bin sicher: Wenn Sebastian jemand erzählen würde, dass Red Bull plötzlich pleite wäre, würde er deshalb nicht langsamer fahren. Es ist nicht das Geld, das Sebastian motiviert."
Waren Sie mit 22 auch schon Millionär, Herr Ecclestone?
Ecclestone: "Ich erinnere mich nicht. Zu lange her. Ich erinnere mich nur noch an das, was gestern war."
Wie sind Sie beide zum Motorsport gekommen?
Ecclestone: "Ich hab mit Motorradrennen angefangen, als ich 15 war."
Vettel: "Ich fing mit dem Kartfahren an. Am Anfang war die Herausforderung, immer besser zu werden. Und irgendwann ist das Ziel die Formel 1, weil dort die besten Fahrer der Welt mit den besten Autos gegeneinander fahren. Diesen Traum habe ich mir verwirklicht. Und jetzt will ich der Beste werden. Als ich Kart gefahren bin, habe ich nie daran gedacht, wo ich in fünf Jahren sein werde. Aber ich kann mich erinnern: Noch zu Formel-BMW-Zeiten war die Formel 1 so weit weg. Michael Schumacher und die anderen waren Helden für mich. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich irgendwann einmal selbst in einem der besten Formel-1-Autos sitzen würde. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Bernie mit 15 wusste, dass Motorsport von da an das Zentrum seines Lebens sein würde."
"Wenn ich einen Unfall haben müsste, dann im F1-Auto"

Bild: Oliver Reck
Vettel: "Ich habe mit Fußball angefangen, war nicht so gut. Dann spielte ich Tennis. Hat auch nicht so richtig funktioniert. Und mit dem Kart habe ich dann meine Bestimmung gefunden."
Ecclestone: "Entscheidend ist, ob Menschen als Wettbewerber geboren werden oder nicht."
Vettel: "Wann ist bei dir die Entscheidung gefallen, auf die andere Seite der Boxenmauer zu wechseln?"
Ecclestone: "Nach einem Unfall. Ich hab fünf Monate Rückenschmerzen gehabt und da war es an der Zeit, ins Business zu wechseln."
Hätten Sie sich damals gewünscht, Autos mit dem Sicherheitsstandard von heute zu haben?
Ecclestone: "Ja, wenn ich einen Unfall haben müsste, dann im F1-Auto. Die sind noch sicherer als ein Panzer."
Herr Vettel, haben Sie die alten Autos mal fahren sehen?
Vettel: "Nee, da war ich ja noch nicht geboren! Aber erst vor kurzem haben sich alle deutschen Fahrer in Norbert Haugs Motorhome getroffen. Da lief ein Film über 40 Jahre McLaren. Zu sehen, wie die damals durch Monaco gefeuert sind, war schon gigantisch. Keine Auslaufzonen, kaum Leitplanken, der reine Wahnsinn! Man sieht das ja schon hier in Spa, wenn man von der Autobahn kommt. Der Weg zur Rennstrecke führt über einen Teil der alten Piste. Da gibt es eine ultraschnelle Links, die direkt in einen Baum mündet."
Ecclestone: "Ich kann mich an ein Rennen in Spa erinnern, da fuhr in der Regengischt ein Jack Brabham hinter einem Graham Hill her – die würde man heute für bekloppt erklären. Aber die Jungs haben damals nicht über die Gefahr nachgedacht, sondern einfach das gemacht, was sie tun mussten."
"Bernie ist eine Legende für mich"

Bild: Oliver Reck
Ecclestone: "Er könnte das sehr gut!"
Vettel: "Ich glaube, da gehört vielmehr dazu, als das, was man von außen mitbekommt. Ich habe ja schon gesagt: Bernie ist eine Legende für mich. Und das sage ich nicht, weil ich mich einschleimen will. Wenn man sieht, was Bernie aus der Formel 1 gemacht hat, ist das einfach fantastisch! Es ist nicht nur eine der führenden Sportarten in der Welt, sondern auch businessmäßig ganz vorn."
Ecclestone: "Es haben viele Leute mitgeholfen. Aber früher war einfach alles ganz anders. Die Leute, die Atmosphäre. Wir hatten alle die gleichen Getriebe und Motoren. Und wenn irgendein Teil sich mal ins Nirvana verabschiedet hat, ist man einfach zum Nachbarteam gegangen und hat nach einem Motor gefragt. Die Jungs hatten damals die Philosophie, sich gegenseitig zu helfen. Es war fast wie bei den Pfadfindern. Man kann nicht behaupten, dass das heute auch noch so ist. Der Erfolgsdruck ist heute einfach zu hoch."
Herr Vettel, wäre Ihnen diese Rennromantik heute lieber?
Vettel: "Ich kann die damalige Zeit einfach nicht beurteilen. Ich weiß nur, dass in vielen Sportarten von der Vergangenheit geträumt wird. Aber ich lebe im Jetzt und Hier. Früher war alles gefährlicher, aber dicke Eier brauchen auch wir heute noch."
Bernie, vermissen Sie die alten Zeiten?
Ecclestone: "Nein, die Welt verändert sich ständig. Wir haben viele Fahrer durch Unfälle verloren. Und nach jedem Unfall haben wir versucht, die Formel 1 sicherer zu machen. Als wir anfingen, hatten wir noch nicht einmal ein Medical Center an der Strecke."
Was war der dramatischste Moment, den Sie erlebt haben?
Ecclestone: "Als Jochen Rindt in Monza 1970 tödlich verunglückte. Er hätte nicht sterben müssen. Als ich zur Unfallstelle kam, sah ich ihn auf dem Rücksitz eines Volkswagen liegen und wie jemand auf seinem Brustkorb rumgetrommelt hat. Dann haben sie ihn zuerst ins falsche Krankenhaus gefahren. Als sie im richtigen waren, war er schon tot. Solche Dinge belasten mich noch heute. Denn Jochen war der erste Fahrer, der mir sehr nahe stand. Aber ich bin froh, dass Sebastian und seinen Kollegen so etwas nicht mehr passieren kann."
Vettel: "Viele bezeichnen das Fahrerlager als Gefängnis"

Bild: Oliver Reck
Vettel: "Eine sehr interessante Frage. Wie Bernie schon sagte, ist heute so viel Geschäft im Spiel, da bist du doch vorsichtig bei allem, was du sagst. Deshalb glauben viele Leute, dass die Fahrer von heute chemisch gereinigt sind."
Ecclestone: "So wie du! (lacht)..."
Vettel: "... aber eins hat sich nicht geändert. Früher wie heute haben alle Piloten den gleichen Antrieb. Die schnellsten Autos der Welt am Limit zu bewegen und herauszufinden, wer der Beste ist. Damals waren die Jungs nach einem schlechten Rennen doch genauso angepisst wie wir heute. Wir sind 20 verschiedene Individuen und es gibt Leute, die mag man mehr, und Leute, die mag man weniger. Im Prinzip ist das genauso wie in der Schule. Viele bezeichnen das Fahrerlager als Gefängnis. Aber ich bin sehr gerne hier, habe hier meine Freunde und Ingenieure und bleibe an den Abenden meistens auch lange da. Dann machen wir dumme Witze, wie das früher auch der Fall war. Heute werden wir nur beurteilt durch das, was die Leute sehen. Aber hinter den Kameras trinken auch einige von uns gerne mal ein Bierchen oder auch etwas mehr."
"Wir sind beide schwul"
Warum verstehen Sie beide sich eigentlich so gut?
Ecclestone: Wir sind beide schwul. (lacht)
Vettel: "(lächelt verschmitzt) Ich bin ja auch noch nicht viel älter als 18, passe also super in dein Beuteschema."
Ecclestone: "Das Problem heute ist: Die Formel 1 ist so emotionslos geworden, es gibt kaum noch Charaktere im Fahrerlager. Früher haben die Jungs das gesagt, was sie gedacht haben. Wenn sie damit jemanden verärgert haben, ging ihnen das am Hintern vorbei. Zum Glück hat sich Sebastian noch nicht verbiegen lassen."
Vettel: "Aber es stimmt schon. Heutzutage musst du extrem vorsichtig sein bei dem, was du sagst. Alles wird gleich in großen Headlines aufgeblasen. Wenn du dann in den Supermarkt gehst, schauen dich die Leute mit großen Augen an. Manchmal gibt es sogar Typen, die dann vor deinem Haus rumhängen. Das alles führt dazu, dass man sich erst die Konsequenzen überlegt, bevor man etwas sagt. Du gibst nicht mehr alles von dir Preis, um dich zu schützen."
Ecclestone (selbstironisch): "Also mir ist das noch nie passiert, dass ich Worte bereut habe (Ecclestone bezieht sich auf seine falsch interpretierten Hitler-Zitate vor einigen Wochen, für die er scharf kritisiert wurde; d. Red.). Im Ernst: Die jungen Burschen von heute müssen sich auch immer wieder die gleichen dämlichen Fragen anhören. Das kann einen kirre machen. Da ist es manchmal einfach besser nichts zu sagen. Aber dieses Problem haben die Fußballer und Tennisspieler heute auch."
Ecclestone: Wir sind beide schwul. (lacht)
Vettel: "(lächelt verschmitzt) Ich bin ja auch noch nicht viel älter als 18, passe also super in dein Beuteschema."
Ecclestone: "Das Problem heute ist: Die Formel 1 ist so emotionslos geworden, es gibt kaum noch Charaktere im Fahrerlager. Früher haben die Jungs das gesagt, was sie gedacht haben. Wenn sie damit jemanden verärgert haben, ging ihnen das am Hintern vorbei. Zum Glück hat sich Sebastian noch nicht verbiegen lassen."
Vettel: "Aber es stimmt schon. Heutzutage musst du extrem vorsichtig sein bei dem, was du sagst. Alles wird gleich in großen Headlines aufgeblasen. Wenn du dann in den Supermarkt gehst, schauen dich die Leute mit großen Augen an. Manchmal gibt es sogar Typen, die dann vor deinem Haus rumhängen. Das alles führt dazu, dass man sich erst die Konsequenzen überlegt, bevor man etwas sagt. Du gibst nicht mehr alles von dir Preis, um dich zu schützen."
Ecclestone (selbstironisch): "Also mir ist das noch nie passiert, dass ich Worte bereut habe (Ecclestone bezieht sich auf seine falsch interpretierten Hitler-Zitate vor einigen Wochen, für die er scharf kritisiert wurde; d. Red.). Im Ernst: Die jungen Burschen von heute müssen sich auch immer wieder die gleichen dämlichen Fragen anhören. Das kann einen kirre machen. Da ist es manchmal einfach besser nichts zu sagen. Aber dieses Problem haben die Fußballer und Tennisspieler heute auch."
Ecclestone: "Charakterbildung braucht Zeit"

Bild: xpb.cc
Ecclestone: "Es gab noch einen Unterschied: Damals haben wir das Rennen erst gestartet, wenn alle bereit waren. Die Jungs sind oft bis fünf Uhr morgens unterwegs gewesen. Da musste man lange das Telefon klingeln lassen, bis sie endlich wach wurden. Schwer vorzustellen, dass man heute ein Rennen um eine halbe Stunde verschiebt, weil Sebastian noch nicht im Fahrerlager ist. Die Jungs müssen heute soviel fitter sein als früher und können nicht mehr einfach ihr Leben so leben, wie sie wollen. Charakterbildung braucht Zeit. Die Jungs haben diese Zeit heute aber nicht mehr. Deshalb ist es völlig natürlich, dass sich Sebastian in drei Jahren verändert haben wird. Und wenn er dann Weltmeister ist, wird er noch einmal ein anderer werden. Trotzdem hoffe ich, dass er auch als Champion gewisse Verpflichtungen gegenüber der Öffentlichkeit erfüllt."
Vettel: "Ich hoffe, Bernie hat zumindest mit seiner Prognose Recht, dass ich irgendwann Weltmeister werde."
Ecclestone: "Ich sagte nicht irgendwann, sondern spätestens in drei Jahren."
Würden Sie zu Bernie Ecclestone gehen, wenn Sie dringend Rat brauchen?
"Vettel: Wenn es nicht gerade um die Abstimmung des Autos geht, ja. Auch nach Geld habe ich ihn noch nie gefragt (lacht). Aber er war immer offen zu mir, hat mir auch schon Ratschläge gegeben. Es gibt niemanden, der sich in der gesamten Formel 1 so gut auskennt wie Bernie."
Ecclestone: "Ganz schön viel Lob für jemanden, der schon soviel Mist gebaut hat wie ich. Deshalb sage ich jetzt bye bye."
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