Sie sind gemachte Männer im hohen Alter. Sie haben ein riesiges Wirtschaftsimperium aufgebaut. Beide provozieren gerne mit gewagten Aussagen. Ihre Umfragewerte in der Gunst des Publikums sinken von Tag zu Tag. Und nun wollen auch noch beide eine Mauer bauen lassen, die mit Mexiko zu tun hat. Natürlich: Die Rede ist von Donald Trump und Bernie Ecclestone!
Während beim amerikanischen Präsidentschaftskandidaten über die Ideen zum Grenzschutz wohl alles bekannt ist, präsentierte der F1-Zampano am Donnerstag vor dem Mexiko GP eine revolutionäre Idee, so richtig Marke Ecclestone: Er würde „40 Zentimeter hohe Mauern um die Kurven bauen“, erklärte der Brite. Das Ziel: Die Formel 1 wieder unsicherer machen!
Ecclestone
Bernie Ecclestone ist es nicht mehr gefährlich genug
Hier trennen sich die Wege von Trump und Ecclestone inhaltlich, denn der Republikaner will sein Land durch die Mauer bekanntlich schützen. Für Ecclestone jedoch verkauft Sicherheit keine Eintrittskarten. Früher seien die Zuschauer zu einem Rennen gekommen und „dachten, es könnte jemand umkommen“, erinnerte sich Ecclestone an die guten alten Zeiten. „Heute kommen sie zu einem Rennen in der Gewissheit, dass niemand umkommt.“
Das sei auch gut so, versicherte Ecclestone politisch korrekt - nur eben nicht für den Marketingwert der Formel 1, der nun einmal auch vom erhöhten Risikofaktor lebt. In der Vergangenheit hatte Ecclestone ebenfalls schon einmal laut darüber nachgedacht, die Rennstrecken vor dem Grand-Prix-Start künstlich bewässern zu lassen, um für mehr Action zu sorgen. Seine neuste Idee soll nun also dafür sorgen, dass die Piloten endlich gezwungen sind, die Streckenbegrenzungen einzuhalten.
Rosberg
Rosberg sieht in der Formel 1 viele andere Baustellen
Allein: Bei den Fahrern stößt der Vorschlag des 85 Jahre alten Chefvermarkters auf wenig Gegenliebe. „Wir sollten erstmal auf zehn andere Gebiete schauen, um den Sport aufregender zu machen“, winkte beispielsweise WM-Spitzenreiter Nico Rosberg am Donnerstag in Mexiko ab.
Rosberg und Ecclestone: Das wird keine Freundschaft mehr. „Es gibt über ihn nichts zu schreiben, ein WM-Titel für ihn würde dem Sport also nicht helfen“, hatte Ecclestone erst kürzlich erklärt.
Rosberg entgegnete auf die Kritik des F1-Bosses: „Das ist nicht wirklich wichtig für mich. Ich konzentriere mich nur auf mich.“ Mit dieser Wahlkampfstrategie hatte zuletzt auch schon Hillary Clinton ihren Widersacher ausgestochen. Genauso wie Clinton steht auch Rosberg im November vor der Krönung. Ganz gleich, ob das dem in die Jahre gekommenen Gegenüber nun gefällt. Die Mauer nach Mexiko, beziehungsweise um die Strecke, dürfte der Welt damit wohl erspart bleiben...