Eddie Jordan (76) war kurze Zeit abgetaucht, aber jetzt ist er wieder da. Und wie! Vorgeschichte: Der irische Kult-Teamchef aus der Formel 1 musste sich einer Operation unterziehen, wirkte aber bei seinem Auftritt mit Ex-Formel-1-Fahrer David Coulthard in deren gemeinsam Podcast "Formula For Success" frisch wie eh und je.
Jordan, der sich in den letzten Jahren in der Welt der automobilen Königsklasse den Ruf als "Orakel" erarbeitet hatte – unter anderem, weil er das Comeback von Michael Schumacher und den Wechsel von Lewis Hamilton zu Mercedes voraussagte – stellt wie gewohnt knackige Thesen zur Situation in dem sich gerade in der Sommerpause befindenden Vollgaszirkus auf.
Dabei bestätigte er so nebenbei eine Geschichte von AUTO BILD, die für viel Aufregung besonders bei Williams gesorgt hatte. F1-Insider berichtete, dass Carlos Sainz eine Klausel in seinem Williams-Vertrag hat, die es ihm erlaubt, seinen Job beim britischen Traditionsteam gar nicht erst anzutreten oder zu kündigen, sollte sich doch noch die Möglichkeit ergeben, 2025 zu Mercedes oder Red Bull zu wechseln.

Sainz zu Williams: Jordan nennt Ausstiegsklausel

Zu diesem Thema sagte Jordan: "Die größte Neuigkeit der letzten Tage dürfte Carlos Sainz sein, der erfolgreiche Spanier. Er war fantastisch bei Ferrari und wird nächstes Jahr zu Alex Albon bei Williams stoßen. Da ich Carlos' Vater kenne, bin ich mir absolut sicher, dass es eine Art Ausstiegsklausel geben wird oder dass es für Carlos eine Möglichkeit gibt, auszusteigen, wenn ihm etwas wirklich Großes bevorsteht."

Carlos Sainz geht ab der nächsten Formel-1-Saison für Williams an den Start.
Bild: Ferrari

Grundsätzlich sei es aber ein sehr starkes Statement für und von Williams. Jordan: "Sich seine Dienste zu sichern, ist sicherlich ein großer Coup. Aber ich bin sicher, dass es dabei auch ein paar kleine Probleme gab. Und ich glaube, Carlos wäre lieber bei McLaren oder Red Bull oder sonst jemandem gewesen, auf jeden Fall bei Mercedes."
Auch zur zukünftigen Ferrari-Form hat der Ire eine Meinung: "Ferrari kann nächstes Jahr wieder ganz vorne mitmischen. Und ich bin überzeugt – die Italiener sind überglücklich, einen Lewis Hamilton zu erleben, der zu seiner früheren Form zurückgefunden hat. Ich sehe einen Hamilton, der wieder voll bei der Musik ist. Und ich halte ihn für fähig, in der kommenden Saison seinen achten WM-Titel einzufahren."
Allein: Bei dieser Einschätzung könnten sowohl persönliche Interessen und Insiderwissen eine Rolle spielen. Denn Jordan beriet seinen engen Freund, Design-Genie Adrian Newey, bei dessen Trennungsgesprächen von Red Bull vor drei Monaten und ist jetzt sein offizieller Manager – inklusive Verhandlungen mit zukünftigen Teams.
Dabei reagierte Jordan auch auf Gerüchte, die besagen, Newey hätte Ferrari abgesagt – wie auch sein Kollege Coulthard im Podcast wiederholte. Jordan vielsagend darauf: "Warum sagst du das? Ich muss es wissen. Was Adrians Zukunft betrifft: Es ist Sommer, er ist mit dem RB17 nach Goodwood gefahren und arbeitet immer noch bei Red Bull. Man könnte sagen, Red Bull sollte ihn ansprechen und fragen, ob er wieder zurückkommen würde! Aber ich denke, es ist viel zu spät. Die Realität ist, dass Adrian gerade seine Freizeit nachholt. Seit seinem 19. Lebensjahr hat er jedes Jahr seines Lebens damit verbracht, Tag und Nacht. Jetzt ist er Mitte 60. Er hat Spaß, seine Tochter hat geheiratet, er macht andere Dinge, die er vorher nie tun konnte. Den Rest wird man sehen ..."