Formel 1: Erinnerungen an Lauda
Niki Laudas Feuerunfall am Nürburgring

Sein Auto in Flammen, doch Niki Lauda überlebt schwer gezeichnet. Er verarbeitet das Drama schnell, wird wieder Weltmeister: Ein Stoff für Hollywood.
Bild: Picture-Alliance
- Ralf Bach
Man darf bei Niki Lauda (67) nicht alles so ernst nehmen. Wenn er sauer ist, weil man ihm nicht den - wie er meint - "gebührlichen Respekt" entgegenbringt, kann es schon mal zu Vergleichen der höchsten Art kommen: "Immerhin bin ich sowas wie eine gottähnliche Erscheinung", kriegt man dann zu hören. Allein: Auch wenn es Lauda nicht so meint, glaubt er dran. Denn in seinem Heimatland Österreich ist er so was wie ein Gott. Sie behandeln ihn dort so, seit am Nürburgring fast in seinem Ferrari verbrannt ist und Lazarus gleich sechs Wochen später wieder im roten Auto saß.

Laudas brennendes Ferrari-Wrack am 1. August 1976
Am liebsten berichtete er über die Zeit nach dem Unfall. Darüber, wie ein Priester ihm den Lebenswillen eingehaucht hat, der ihn vom Wegsterben rettete, als er verbrannt und mit der Lunge voll ätzenden Gasen auf der Intensivstation lag. "Obwohl meine Augen damals verbunden waren, ist es einer der wenigen Momente, an die ich mich sehr gut erinnern kann. Ich lag auf der Intensivstation, schwer gepeinigt durch die Schmerzen, als mich die Krankenschwester fragte, ob ich mir die letzte Ölung wünsche. Ich habe kurz überlegt und mir gedacht, schaden kann mir das nicht. Also habe ich genickt und darauf gewartet, was passiert."

Schwer gezeichnet: Lauda nach seinem Unfall 1976
Klar, dass auch Lauda seine eigenen Ansichten über den Mythos Ferrari hat. Nach seinem Unfall am Nürburgring wurde er schnell misstrauisch. Kaum war er nach der Wunderheilung in Monza, wurde er schon offen mit seinem Ersatzmann Carlos Reutemann konfrontiert. So wie der Priester im Spital ihm den Überlebenswillen einhauchte, sorgte Enzo Ferrari für die spezielle Motivationsspritze im sportlichen Bereich: "Ich schwor damals zwei Dinge", sagt Lauda, "ich werde dem Reutemann zeigen, wer der Schnellere ist und ich werde Ferrari verlassen, wenn ich nochmal Weltmeister geworden bin."

Daniel Brühl spielte Niki Lauda im Hollywoodfilm 'Rush'
Allein: Seine größte Krise hatte Lauda fernab aller Rennstrecken zu bewältigen. Als 1991 die Boeing seiner Lauda Air in Thailand abstürzte und 223 Menschen mit in den Tod riss. Lauda: "Ich bin sofort zur Unfallstelle geflogen. Man kann nur etwas zu einem Flugzeugabsturz sagen, wenn man weiß, worum es geht. Das war für mich eine klare Entscheidung, auch wenn es fürchterlich war, das alles zu sehen. Die Unfallursache herauszufinden, war für mich der beste Weg, diese schwierige Situation zu meistern. Es hat acht Monate gedauert, ehe ich wusste, dass es die Schubumkehr, also ein technischer Mangel war. Sonst hätte ich sofort zugedreht."

Lauda heute: Er leitet die Geschicke bei Mercedes
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