Formel-1-Fahrer-Portrait: Sakon Yamamoto
Wo er fährt ist hinten

Sakon Yamamoto ist das Schlusslicht der Königsklasse. Zwei Rennen - ein Unfall, einmal Letzter. Dabei steckt in dem Japaner viel mehr. Hier der Nachweis.
- Peter Hesseler
Sakon Yamamoto (25) wirkt auf den ersten Blick wie ein typischer Japaner. Er ist sehr freundlich. Er nickt oft im Gespräch. Was ihn aber zum Prominenten macht: Er fährt meist am Ende des Formel-1-Feldes. Und dort dreht er sich in aller Regelmäßigkeit zackig von der Piste. Sakon Yamamoto ist der Langsamste unter den Schnellsten. Während die Hamiltons, Massas und Alonsos vorn um Sieg und Titel kämpfen, kämpft der Spyker-Pilot ganz hinten mit seinem Auto. Er fängt den Spyker-Ferrari ab, wenn das Heck ausbüchst. Er zwingt den Renner um die Kurve, wenn der über die Vorderräder stur geradeaus schiebt. Und er müht sich, möglichst wenig Zeit zu verlieren, wenn er wieder mal überrundet wird und den Top-Fahrern Platz machen muss. Dafür muss "Kamikaze-Sakon", wie sie ihn wegen seiner vielen Pirouetten nennen, sogar bezahlen. Angeblich mehr als zwei Millionen Euro, die Mama Yamamoto vom Gewinn ihrer Privatkliniken daheim in Japan abzweigt. Klingt hoffnungslos? Ist es aber nicht! Yamamoto ist ein Muster dafür, wie Formel-1-Hinterbänkler unterschätzt werden.
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