Formel 1: Fahrer wollen mehr Mitsprache
Vereinigte „Windbeutel“ beim Dinner

–
Die Formel-1-Piloten haben von der Krise der Königsklasse genug und wollen künftig mehr mitentscheiden. F1-Zampano Bernie Ecclestone nervt das.
Bild: Picture-Alliance, Twitter Wehrlein
Nur als es ans Bezahlen ging, war es kurz mit der neuen Solidarität der Formel-1-Piloten vorbei. „Am Ende hatten wir 17 Rechnungen. Das war das Lächerlichste, was ich je gesehen habe“, spottete Weltmeister Lewis Hamilton am Donnerstag nach dem gemeinsamen Abendessen der Fahrer in Shanghai. Der Brite hatte das Treffen vor dem Großen Preis von China organisiert, die prominente Runde setzte damit auch ein weiteres Zeichen der Einheit im Ringen um mehr Mitbestimmung in der dauerkriselnden Rennserie.
Fahrerlagerfunk: Die Kolumne vom China Grand Prix
„Die vereinigten Windbeutel“, twitterte WM-Spitzenreiter Nico Rosberg in Anspielung auf eine abwertende Äußerung von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone nach dem jüngsten Aufbegehren der Steuerkünstler. Der Rechtevermarkter mag es überhaupt nicht, dass die Fahrer sich plötzlich energisch in die Debatte um die zukünftige Richtung des rasenden Zirkus einschalten. „Man sollte ihnen nicht mal erlauben zu reden“, hatte Ecclestone jüngst gepoltert.

Bernie Ecclestone hat derzeit einen schweren Stand
Das jüngste Debakel um das neue Format der Qualifikation bewies das Gegenteil. Und als nach dem Saisonauftakt in Australien schnell klar war, dass der veränderte Modus nicht funktionierte, brauchte es wegen einiger Machtspiele noch einmal ein Rennen, ehe die Rückkehr zum alten Format beschlossen wurde.

Die Fahrer, hier Nico Rosberg, wehren sich verbal
„Der Brief hat gezeigt, dass wir alle zusammenstehen, uns Veränderungen wünschen und Druck machen“, sagte Formel-1-Neuling Pascal Wehrlein. Von Ecclestones Hohn will sich auch der gerade erst in die Motorsport-Elite aufgestiegene Manor-Pilot nicht beirren lassen. „Ich glaube schon, dass wir weitere Aktionen und Treffen organisieren werden“, sagte Wehrlein. Es wirkt gerade so, als wollten die Piloten der Formel 1 sich ihren Arbeitsplatz der Zukunft nicht mehr von alten Männern diktieren lassen. (dpa)
Service-Links