Formel 1: Ferrari-Chaos in Baku
Hamilton sauer: Ferrari verweigert frische Reifen!

Lewis Hamilton hadert mit Ferrari-Strategie: Im Chaos-Qualifying von Baku platzt der Traum von der Pole. Der Rekordweltmeister erhebt schwere Vorwürfe.
Bild: Simon Galloway/LAT Images/Pirelli
Chaos-Qualifying in Baku mit sechs roten Flaggen – und mittendrin Lewis Hamilton, der schpn nach dem zweiten Quali-Segment überraschend Feierabend hatte. Der Ferrari-Star war auf gebrauchten Softreifen unterwegs, während fast alle Konkurrenten noch frische Medium-Pneus aufzogen. Das Resultat: Platz 11, keine Chance aufs Finale.
„Ehrlich gesagt, bin ich sehr enttäuscht“, schimpfte Hamilton bei Sky. „Gestern hat sich das Auto richtig gut angefühlt, ich dachte, wir hätten das Tempo. Aber wir hatten nicht den richtigen Reifen drauf. Ich habe keine Fehler gemacht, war voll da – aber ohne Grip keine Chance.“
Hamilton-Vorwurf an Ferrari
Besonders bitter: Hamilton wollte selbst frische Reifen haben, doch das Team winkte ab. „Ich wollte es machen, aber sie sagten, die Aufwärmzeit sei zu lang oder wir hätten nicht mehr genug Sprit. Am Ende sind wir ohne frische Reifen rausgeflogen. Nicht großartig“, so der siebenfache Champion.

Lewis Hamilton hadert mit Ferrari-Strategie: Im Chaos-Qualifying von Baku platzt der Traum von der Pole.
Bild: Ferrari
Zum Vergleich: Teamkollege Charles Leclerc bekam im selben Moment neue Mediums und zog ins Q3 ein. Dort verunfallte er allerdings in Kurve 16 und startet am Sonntag nur von Platz zehn. Brisant auch: Ausgerechnet wegen eines Fahrfehlers von Charles Leclerc inklusive gelber Flagge konnte Hamilton seine frischen weichen Gummis in Q2 nicht nutzen und musste die schnelle Runde abbrechen.
Hamilton und Leclerc: Von Pole-Hoffnung zum Schock-Aus
Dabei hatte es bis dahin richtig gut ausgesehen. Hamilton war im zweiten freien Training noch Schnellster, im Abschlusstraining landete er auf Platz vier. „Ich dachte ehrlich, ich würde heute um die Pole kämpfen. Deshalb ist es ein Schock“, so der Brite.
Nun bleibt nur Schadensbegrenzung. „Wir nehmen das intern mit, aber es gibt auch viele positive Dinge an diesem Wochenende. Ich fühle mich eigentlich wohl im Auto. Ich werde es annehmen und weiterkämpfen.“
Leclerc dagegen haderte schon das ganze Wochenende mit seinem Ferrari: Er konnte nie „das Limit des Autos“ finden, räumt er nach seinem Frontalcrash ein. „Ich wusste also schon vor dem Qualifying, dass es ein bisschen schwierig werden würde“, so Leclerc.
Klar ist: Ferrari hat sich in Baku verzockt – und Hamilton damit um die große Chance gebracht. Ausgerechnet in einem Qualifying, in dem Chaos und Wetter für alles möglich waren
Service-Links
