Formel 1: Ferrari, FIA-Urteil, Carloos Sainz
Nächste Blamage für den Ferrari-Rennstall

Ferrari hatte gegen die Strafe von Carlos Sainz beim GP Australien Beschwerde bei der FIA eingelegt – scheiterte aber spektakulär. Die Hintergründe!
Bild: Ferrari
Ferrari lässt nichts unversucht im Kampf um Punkte. Mitten in der April-Pause zwischen Australien und Aserbaidschan hatte man Beschwerde bei der FIA eingelegt. Konkret ging es um das "Recht auf Überprüfung", von dem Ferrari Gebrauch gemacht hat.
Stein des Anstoßes war Carlos Sainz: Der Spanier hatte beim zweiten Re-Start in Melbourne seinen Landsmann Fernando Alonso weggerammt. Für den Aston Martin-Star blieb das zwar aufgrund eines erneuten Abbruchs ohne Folgen. Trotzdem bestraften die Rennkommissare Sainz für das Foul mit fünf Zusatz-Sekunden auf die Rennzeit. Weil das Feld hinter dem Safetycar ins Ziel fuhr, fiel der Ferrari-Pilot von Platz fünf zurück auf Rang zwölf – und war bitter enttäuscht.
Die vermeintliche Lösung: Im Sportgesetz steht unter Artikel 14.1.1, dass "bei neuer Sachlage die betreffenden Rennkommissare nochmals zusammenkommen müssen, um relevante Aussagen anzuhören". Dies kann bis 14 Tage nach dem Vorfall passieren.

Carlos Sainz hatte beim zweiten Re-Start in Melbourne seinen Landsmann Fernando Alonso weggerammt und bekam dafür eine Zeitstrafe aufgebrummt.
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Ferrari sah die Chance auf Punkte und glaubte, neue Beweismittel zu haben, die die Australien-Kommissare Enrique Bernoldi (Brasilien), Nish Shetty (Singapur), Loic Bacquelaine (Belgien) und Christopher McMahon (Australien) zum Umdenken bewegen könnten.
Blöd nur: Die Stewards sahen das gänzlich anders und erstickten den Einwand von Ferrari im Keim. Begründung: "Es gibt keine maßgeblichen oder relevanten neuen Elemente, welche nicht vorgelegen hätten, als das erste Urteil gefällt wurde. Daher ist der Einwand von Ferrari abgewiesen."
Ferrari hatte sowohl die Aussage von Carlos Sainz als auch Telemetriedaten vorgelegt und diese als "neue Elemente" erachtet. Die Rennkommissare winkten ab. "Es war für diese Situation nicht notwendig, den Fahrer zu befragen", heißt es im Urteil. "Und die Erklärung von Sainz, kalte Reifen seien für den Fehler verantwortlich gewesen, ist keine neue Erkenntnis und auch keine Entschuldigung. Zudem liegen auch der FIA Daten über die Position des Fahrzeugs vor, auch diese ist also nichts Neues. Die Aussage von Sainz, die Sonne habe tief gestanden, trägt nichts bei, denn dieser Umstand galt für alle Fahrer."
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