Formel 1: Höhepunkte und Tiefpunkte von Vettel mit Ferrari

Formel 1: Ferrari im Visier

Button fordert mehr Respekt für Vettel

Mit seiner Geschichte über die ganze Wahrheit hat Sebastian Vettel eine Lawine losgetreten, die die Scuderia imagemäßig zu überrollen droht.
Zur Erinnerung: Am Donnerstag nutzte der Deutsche die erstbeste Chance in der FIA-Pressekonferenz für die Offenbarung, wie eiskalt Ferrari ihn abserviert hat – obwohl ihm vorher eine Vertrags-Verlängerung in Aussicht gestellt wurde. Anschließend rechtfertigte sich Teamchef Mattia Binotto. Sein Argument: Die Corona-Pandemie sei dazwischengekommen.
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Eine Aussage, mit der der Italiener einen Sturm der Entrüstung ausgelöst hat. Bei Fans UND Experten.
Ex-Champion Jenson Button bezeichnet Binottos Erklärung jetzt als „billige Ausrede“, mit der der Teamchef Vettel einfach ins Wort gefallen sei. Button nimmt Vettel in Schutz: „Sebastian hätte als vierfacher Weltmeister, der für Ferrari viele Rennen gewonnen hat, ein wenig mehr Respekt verdient. Schaut euch doch an, wie wenige Grands Prix in all diesen Jahren seine Ferrari-Stallgefährten gewonnen haben. Auch 2019 hat er einen guten Job gemacht. Ja, er hat ein paar Fehler gemacht, die man von einem viermaligen Weltmeister normalerweise nicht erwarten würde. Er ist aber ein außergewöhnlich guter Fahrer. Und wir sollten nicht vergessen, dass sein Teamkollege auch Fehler gemacht hat, die er nicht hätte machen sollen.“

Mit seiner Geschichte über die ganze Wahrheit hat Vettel eine Lawine losgetreten

Der Brite kann die Taktik der Ferrari-Teamführung nicht verstehen: „Ich finde es merkwürdig, eine solche Entscheidung zu treffen, noch bevor eine Saison begonnen hat. Was soll das bringen? Das erzeugt doch nur eine angespannte Atmosphäre im Team, und es wird auch zur Situation führen, dass Vettel auf eine Stallorder pfeifen könnte. Wenn er beispielsweise im letzten Rennen vorne liegt und eine Anweisung erhält, wird er dann Platz machen? Sicher nicht.“
Ex-DTM-Meister Paul di Resta ergänzt bei Sky: „Ich habe mit Seb zusammengesessen und er hat mir erzählt, wie das Gespräch mit Binotto abgelaufen ist. Binotto habe ihm gesagt, der Vertrag könne wegen Covid-19 nicht verlängert werden. Seb hat dann gefragt: ‚Wieso nicht?’ Und Binotto habe geantwortet: ‚Weil dein Gehalt ziemlich hoch ist.‘ Aber Sebastian hat dann zu mir gemeint, es könne gar nicht ums Geld gehen, weil er ja letztlich gar kein Angebot erhalten habe.“
Der Schotte räumt ein: „Niemand zweifelt daran, dass Charles Leclerc ein Star der Zukunft ist. Aber im Team brauchst du einen, zu dem alle aufblicken können und der die Richtung vorgibt. Sebastian kann das, bei Leclerc hingegen bin ich mir nicht so sicher.“
Auch Ex-Weltmeister Nico Rosberg springt Vettel zur Seite: „Ich kann mir einfach nicht erklären, warum Ferrari einen Vettel nicht mehr will. Er ist ein vierfacher Champion und einer der besten Piloten im Feld. So jemanden lässt man doch nicht freiwillig gehen!“
Hat Ferrari aber getan. Nach Informationen von AUTO BILD Motorsport hat FIAT-Präsident John Elkann persönlich die Entscheidung gebilligt. Ein Grund: Die neuen Formel-1-Autos kommen wegen der Corona-Krise erst 2022. Bis dahin sieht Ferrari sich in einer Übergangsphase, in der sich ein teurer Mehrfach-Champion an Bord eines nur mittelmäßigen Renners nicht rentiert.
Ex-GP-Pilot Alex Wurz versteht die Italiener trotzdem nicht: „Man hätte wenigstens mit Sebastian sprechen können, im Sinne von: ‘Okay, die wirtschaftliche Situation hat sich verändert, wärst du bereit, dein Gehalt anzupassen?’ Ich finde schon, dass man über so etwas hätte reden müssen.“
Ferrari hat sich dagegen entschieden – und damit den Zorn der Experten und Fans auf sich gezogen.

Formel 1: Höhepunkte und Tiefpunkte von Vettel mit Ferrari

Autoren: , Ralf Bach

Fotos: Picture Alliance

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