Formel 1: Ferrari in der Krise
Sprachlosigkeit & fehlender Fortschritt

Ferrari steckt in der F1 derzeit fest, muss sich eher in Richtung Mittelfeld statt zur Spitze hin orientieren. Eddie Jordan prognostiziert der Scuderia bereits eine Mega-Krise.
Bild: Getty Images
- Bianca Garloff
- Ralf Bach
Eigentlich ist es Usus, dass die Protagonisten der Formel 1 in der Startaufstellung oder auf dem Weg zurück zur Garage den Boxengassen-Reportern und Kamerateams noch einmal Rede und Antwort stehen. Es gibt eine Ausnahme: den neuen Ferrari-Teamchef. Als ein italienischer TV-Journalist Marco Mattiacci kurz vorm Start in Barcelona abfängt, winkt der nur ab und geht wortlos zurück in die Garage. Die Szene steht symptomatisch für den Zustand der Scuderia. Im Team herrscht Sprachlosigkeit.
Schweigen bei der Scuderia

Frust bei beiden Schlüsselfiguren: Teamchef Mattiacci (li.) & Star-Pilot Alonso (re.) sind derzeit ratlos
Alonso ohne Hoffnung
Trotz eines umfangreichen Update-Pakets in Barcelona (Frontflügel, Heckflügel, Bremsbelüftungen, Motorsoftware) wurde Kimi Räikkönen (P7) auf der Standard-Zweistopp-Strategie überrundet. Im Training wuchs der Rückstand auf Mercedes auf durchschnittlich 1,8 Sekunden pro Runde. Nach einem Aufschwung in China war zuletzt auch Red Bull wieder schneller – und das auf einer Strecke, die wegweisend ist für den weiteren Verlauf der Saison. Fernando Alonso hat den WM-Titel bereits abgeschrieben: „Mercedes fährt in einer anderen Liga“, gab er unumwunden zu und bohrte seinen Daumen damit tief in die Ferrari-Wunde.
Sieben Jahre ohne Fahrertitel

Auch 2014 ist der große Wurf wieder einmal nicht gelungen: Ferrari muss weiter auf Titel warten
Weitere Updates in Montreal
Von 1979 bis 2000 mussten die Italiener schon mal 21 Jahre auf den Titel warten. In dieser Saison bleibt vorerst Rang zwei das Ziel. Präsident Luca di Montezemolo versprach zum übernächsten Rennen in Montreal weitere Updates. „Den magischen Schlüssel gibt es aber nicht“, räumte Alonso bereits ein. „Wir haben neue Teile nach Spanien gebracht und sind immer noch Sechster und Siebter im Feld.“ Schlimmer noch: Beim kommenden Rennen in Monaco wird Ferrari an seiner Achillesferse getroffen. In den engen Gassen des Fürstentums ist gute Traktion wichtig. Doch genau da schwächelt der Ferrari F14T besonders.
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