Formel 1 - Alle Fahrer, Teams und Helme 2019

Formel 1: Ferrari mit Wundersprit

Erdbeer-Sprit im Ferrari?

Mercedes hat bei Ferrari einen Motor-Vorteil festgestellt. Bei Red Bull macht man sich sogar Gedanken über den Geruch des Ferrari-Sprits.
Hat der neue Ferrari-Motor etwa ein Geschmäckle? Fakt ist: Die Konkurrenz stöhnt schon wieder über den Antrieb des roten Renners. Das Ganze ist ein Déja-vu. Bereits im Vorjahr prangerte Mercedes einen potenziell illegalen Ferrari-Motor an. Die FIA verwies alle Anschuldigungen damals ins Reich der Fabel.

Der neue Ferrari-Sprit soll nach Erdbeere riechen.

Jetzt gehen die Diskussionen wieder los. Denn beim Großen Preis von Bahrain präsentierte sich die Scuderia auf den Geraden extrem überlegen. 0,4 Sekunden gewannen Sebastian Vettel und Charles Leclerc allein dort. "Da kann kein niemand mithalten", warnt Mercedes-Teamchef Toto Wolff: "Unter diesen Umständen wird es schwer gegenzuhalten."
Der Wiener erklärt: "Letztes Jahr haben sie uns die Zeit am Anfang der Geraden abgenommen. Beim Topspeed waren wir wieder dran. Jetzt sind sie überall schneller. Sie schlagen uns zu Beginn der Geraden mit mehr Power und in der zweiten Hälfte, weil sie die MGU-K nicht so früh abschalten wie wir. Unsere Geschwindigkeitskurve flacht nach hinten ab. Die von Ferrari steigt weiter an." Ferraris Argument, dass die Silberpfeile mit mehr Abtrieb unterwegs waren, lässt Wolff nicht gelten. "Ferrari gewinnt die Zeit auf Geraden mit und ohne DRS. Es hat also nichts mit dem Luftwiderstand zu tun."

Pro Saison liefert Shell etwa 250.000 Liter Benzin an Ferrari.

Auch bei Red Bull ist der Top-Speed-Vorteil aufgefallen. Teamchef Christian Horner verbindet ihn laut unserer Kollegen von Auto, Motor und Sport mit einem seltsamen Grapefruit-Geruch, den der Ferrari-Sprit verströmen soll. Allein: Red Bull-Motorsportchef Helmut Marko zweifelt am Geruchssinn von Horner, sagt zu AUTO BILD MOTORSPORT: "Es stimmt, es riecht komisch aus der Ferrari-Box, aber nicht nach Grapefruit, sondern nach Erdbeere." Der Red Bull-Doc stellt aber klar: "Wir gehen davon aus, dass Ferrari den perfekten Spritmix für den Motor gefunden und einen richtig guten Job gemacht hat. Da müssen wir jetzt alle nachlegen. Illegal ist das Auto nicht."
Interessant: Der Sprit für den Ferrari SF90 kommt aus den Shell-Labors in Hamburg-Harburg. Pro Saison liefert Shell etwa 250.000 Liter Benzin an Ferrari. Wöchentlich fährt ein Laster nach Maranello, wo neu entwickelte Kraftstoffe direkt auf den Ferrari-Prüfständen getestet werden. Beim Benzin kommt es bei den hochmodernen Turbomotoren auf eine hohe Oktanzahl und Klopffestigkeit an. Das Öl muss schmieren, aber auch gut kühlen.

Shell investiert in die Partnerschaft mit Ferrari rund 21.000 Stunden pro Jahr.

Shell investiert in die Partnerschaft mit Ferrari rund 21.000 Stunden pro Jahr. Allein 2018 wurden mehr als 200.000 mögliche Mischungen simuliert, um die effizienteste Zusammensetzung für die Rennstrecke zu entwickeln. So konnte die Rundenzeit nur dank des Sprits von Saisonstart bis Saisonende um 21 Prozent verbessert werden.
Wichtigster Mann bei Ferrari ist dafür der Ingenieur Roberto Mariconti. Er ist für den Kontakt zu Shell und die Entwicklung des Benzins innerhalb der Scuderia zuständig – und offenbar hat er einen richtig guten Job gemacht.
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Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Picture Alliance; Hersteller

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