Den Ferrari-Fans muss der Schreck in die Glieder gefahren sein. In der Aufwärmrunde zum GP Brasilien klebte Starpilot Charles Leclerc statt an Position zwei plötzlich in der Bande. Beim Aufwärmen der Reifen verlor er die Kontrolle über seinen roten Renner und flog ab. „Wieso habe immer ich solches Pech“, jammerte der Monegasse am Funk.
Dabei hatte er bereits in den ersten Sekunden eine Vermutung, was los war: „Keine Hydraulik“, meldete er an die Kommandostand. Dazu passt: Versagt die Hydraulik, schalten sich nach und nach verschiedene Systeme ab, darunter auch die Lenkung. Die wurde beim fünfmaligen GP-Sieger erst schwergängig, dann blockierten auch noch die Hinterräder. Ein Dreher ist so programmiert.
Mittelweile kennt Ferrari die Ursache für den Hydraulikverlust. „Es handelte sich um einen Schluckauf in der Elektronik, der dazu geführt hat, dass zunächst die Hydraulik und dann der Motor abgestellt wurden“, berichtet Teamchef Fred Vasseur.
Es ist nicht die Saison des Charles Leclerc.
Bild: Ferrari

Leclerc ergänzt: „Das mit der Hydraulik spürte ich wegen der Lenkung, aber dass danach ein Sicherheitsprotokoll aktiviert wurde, das den Motor abstellt, das wusste ich zu dem Zeitpunkt nicht.“
Im Nachhinein besonders ärgerlich: Der Ferrari war noch fahrtüchtig. Nur der Frontflügel war beim Einschlag zerbrochen. „Ich konnte den Wagen wieder in Bewegung setzen, aber nur für ungefähr 15 Sekunden“, verrät Leclerc seine leidvollen Minuten vor dem Start. „Dann passierte das Gleiche wie zuvor: Hydraulikverlust, Lenkprobleme, Motor stellt ab. Damit kam ich zwanzig Meter weit.“
Statt auf Platz zwei musste der Monegasse den Start von außen mit ansehen. Vasseur: „So etwas ist zuvor in der ganzen Saison nie passiert. Klar ist das sehr frustrierend für Charles, der bestimmt aufs Siegerpodest hätte fahren können. Wir müssen uns nun in Ruhe ansehen, wie es zu diesem Defekt kommen konnte.“
Der zweite Ferrari mit Carlos Sainz am Steuer wurde Sechster. Zwei Rennen vor Schluss hat Ferrari in der Konstrukteurs-WM 20 Punkte Rückstand auf Mercedes und Rang zwei.