Formel 1: Ferrari will nächsten Sieg
Vettel weiter extrem entspannt

Sebastian Vettel erwartet Ferrari auch in Frankreich stark. Spekulationen gibt es indes um seinen Teamkollegen für 2019: Kommt Charles Leclerc.
- Ralf Bach
Die "Take-it-Easy" World-Tour 2018 von Sebastian Vettel ging schon am Vormittag in Le Castellet in die nächste Runde. Während Journalisten, Teammitglieder und andere im Stau auf einer kleinen Zufahrtsstraße zwischen Pinien stöhnten, fuhr Vettel mit einem kleinen Motorroller an der Schlange aus Blech locker vorbei. Ob er auf seinem Weg zur Rennstrecke, die sich auf einem Felsplateau der Provence befindet, grinsen musste, ist zu vermuten. Allein: Der schwarze Helm ließ aber keinen Blick auf seine Gesichtszüge zu.

Vettel liegt in der WM-Wertung wieder in Führung
Vettel wollte lieber nach vorne schauen. Mit hintergründigem Grinsen wies er alle Argumente zurück, die auf dem Kurs in Le Castellet gegen einen erneuten Ferrari- und Vettel Sieg sprechen. Erstens: Dass Pirelli die gleichen Reifenmischungen benutzt wie in Barcelona, wo Mercedes überlegen siegte. Zweitens: Dass viele Piloten Le Castellet mit dem Kurs in Barcelona vergleichen, wo Ferrari das schwächste Saisonrennen fuhr. Drittens: Dass Mercedes mit dem neuen Motor, der angeblich 20 PS mehr haben soll, Ferrari wieder überholen wird.
Vettel dazu: "Aus dem Rennen in Barcelona haben wir unsere Rückschlüsse gezogen. Der Kurs ist für alle neu. Keiner weiß so richtig, was ihn erwartet. Sollten andere bereits jetzt mehr wissen, sind sie uns voraus. Das glaube ich aber nicht." Und: "Sollte der neue Mercedes-Motor wirklich einige PS mehr haben, wäre das ein Fortschritt. Wir wissen's aber nicht. Außerdem gewinnt man in dieser Saison nicht nur wegen Motor, Reifen oder Chassis. Es ist eine Mischung aus allem. Ich weiß jedenfalls, dass wir überall konkurrenzfähig sein können. Wie genau, muss man dann sehen."

Zuletzt in Montreal durfte Vettel seinen 50. Sieg feiern
ABMS erfuhr aus Ferrari-Quellen, was der Stand der Dinge ist. Vettel selbst setzt sich dafür ein, Kimi Räikkönen auch 2019 noch als Teamkollege behalten zu können. Die Ferrari-Entscheidungsträger warten aber noch die nächsten Rennen ab. Findet Räikkönen seine Form wieder, wird er bleiben und der Monegasse Leclerc noch ein zweites Lehrjahr als Ferrari-Junior bei Alfa-Sauber absolvieren. Um dann 2020 zur Scuderia zu wechseln. Nur wenn der Finne weiter so motivationslos wirkt wie es beim letzten Rennen in Montreal den Anschein hatte, könnte Leclercs große Stunde bei Ferrari schon 2019 schlagen.
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