Formel 1: Ferraris Neuling schreibt Geschichte
Nächster Ferrari-Brite nach Eddie Irvine

Oliver Bearman ersetzt Carlos Sainz nach einer Blinddarm-OP: So hat er sich im Qualifying geschlagen.
Bild: LAT / Pirelli
Diesen Namen sollten Sie sich merken! Wenn Oliver Bearman (18) am Samstag (live ab 18 Uhr auf Sky; d. Red.) den an einer Blinddarmentzündung erkrankten Carlos Sainz ersetzt, wird er der erste Brite in einem Ferrari seit Eddie Irvine im Jahr 1999 sein. Und er macht Lewis Hamilton damit eine Statistik kaputt. Denn eigentlich wäre der siebenmalige Champion im nächsten Jahr derjenige gewesen, der die ein Viertel Jahrhundert dauernde Durstrecke eines Briten im roten Renner aus Italien beenden sollte.
Jetzt ist es Bearman, der als zwölfter Brite am Steuer eines Formel-1-Ferrari drehen darf. Damit reiht er sich in die Liste großer Namen wie John Surtees, Nigel Mansell und Nigel Mansell ein. Mit seinen 18 Jahren ist er der jüngste Ferrari-Stammfahrer aller Zeiten. Und noch eine schöne Randgeschichte bietet sein F1-Debüt: Mit der Startnummer 38 nutzt er die gleiche Zahl wie einst Mike Hawthorn, der 1958 mit Ferrari Weltmeister wurde.
Fest steht: Bearman weiß auf Anhieb zu überzeugen: Platz zehn im dritten freien Training. „Er hat einen sehr guten Job gemacht“, lobt Teamchef Frederic Vasseur, „dabei ist es keine leichte Übung im dritten freien Training einfach so ins Auto zu springen – vor allem hier in Dschidda.“

Oliver Bearman ersetzt Carlos Sainz nach einer Blinddarm-OP
Bild: Ferrari
Bearman sieht das selbstbewusst anders: „Ich weiß, dass ich dafür bereit wäre“, sagte er schon vorm Saisonstart über den Einsatz in der Königsklasse.
Bearman nach Ferrari-Debüt: Erstmal ausschlafen
Allein: Im Qualifying auf dem superschnellen Straßenkurs wurde der schnelle Brite dann doch von der Formel 1 überwältigt. Auf Platz elf scheiterte er um 0,036 Sekunden ausgerechnet an Lewis Hamilton (noch im Mercedes). „Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht“, konstatiert der 18-Jährige. „Das war ein ziemliches Durcheinander in Q2 bei mir. Die Autos sind unglaublich schnell, jetzt muss ich mich erstmal ausschlafen heute Nacht.“
Dennoch hat der Engländer schon jetzt seine Duftmarke hinterlassen. Wie überhaupt in seiner bisherigen Karriere. Bearman ließ schon früh aufhorchen: 2021 Meister in der deutschen und italienischen Formel 4, 2022 Dritter in der Formel 3, 2023 Gesamtsechster in der Formel 2. Seit 2022 ist er in der Ferrari-Academy, ist 2024 an sechs Freitagen als Testfahrer im Ferrari-Kundenauto Haas geplant.
Das zeigt: Die Scuderia hat noch viel vor mit dem Briten. Der rettet übrigens auch der Formel 1 eine Statistik: Dank seines Einsatzes wird 2024 nicht das erste Jahr ohne einen Rookie in der Königsklasse.
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